Claude Lévi-Strauss
Wir sind alle Kannibalen - Mit dem Essay »Der gemarterte Weihnachtsmann«

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer
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D: 26,95 €
A: 27,70 €
CH: 36,90 sFr

Erschienen: 10.11.2014
Gebunden, 252 Seiten
ISBN: 978-3-518-58613-6

SZ-/NDR-Bestenliste Sachbuch

 

Die Weisheit der verrückten Kühe

Von 1989 bis 2000 hat Claude Lévi-Strauss für die italienische Zeitung La Repubblica sechzehn Artikel verfasst, in denen er aktuelle Ereignisse und Tendenzen der modernen Gesellschaft begleitend kommentiert. Zusammen mit seinem legendären Essay »Der gemarterte Weihnachtsmann« erscheinen diese kleinen Meisterwerke nun erstmals in einem Band versammelt in deutscher Sprache.
Die Themenvielfalt der Stücke ist schier überwältigend: Aus Anlass des Todes von Lady Di unternimmt Lévi-Strauss eine Analyse der Bedeutung von Verwandtschaftsverhältnissen, eines seiner großen Lebensthemen; er setzt sich mit dem Bevölkerungswachstum und der Entwicklung des Menschen seit seiner Entstehung in Afrika auseinander, mit der Massentierhaltung und der Landwirtschaft oder mit den heftig diskutierten Ritualen der Beschneidung von Mädchen und Jungen in verschiedenen Kulturen; die Organtransplantation wird ebenso behandelt wie das Denken Michel de Montaignes oder Auguste Comtes; und in dem titelgebenden Essay »Wir sind alle Kannibalen« vergleicht er die Epidemie des Rinderwahnsinns auf kongeniale Weise mit der Krankheit Kuru, die sich in Papua-Neuguinea zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch eine Form von Kannibalismus seuchenartig verbreitete. Ein Buch, das den ungeheuren Gedankenreichtum sowie den Scharfsinn und die Originalität eines der ganz großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts exemplarisch vor Augen führt.

Im Original erschienen unter dem Titel Nous sommes tous des cannibales (Editions du Seuil).

Pressestimmen

»Die Artikel aus La Republica, die in dem Band Wir sind alle Kannibalen gesammelt sind, machen deutlich, welches Vergnügen es Levi-Strauss bereitet hat, seine Zeitungsleser zu verblüffen ... Levi-Strauss macht deutlich, wie aufschlussreich es ist, frühe Zeiten oder ferne Gesellschaften zu erforschen, um Phänomene unserer sozialen Gegenwart besser zu verstehen«

Wolf Lepenies, Die Literarische Welt

»Eingeleitet wird das Buch von dem Artikel über den Weihnachtsmann. In einer Zeit, in der die Geschichte dieser Figur im Rausch von Glühweinkonsum, Familienseligkeit und Geschenkaustausch genauso aus dem Bewusstsein schwindet wie die Geschichte des Christuskinds in Bethlehem, tut die Lektüre von Claude Lévi-Strauss ausgesprochen gut.«

Herbert Heinzelmann, Nürnberger Zeitung

»Ganz unabhängig davon, ob man Levi-Strauss in allem folgen mag, ist dieser Band eine hervorragende Einführung in das Denken eines der großen Universalgelehrten des 20. Jahrhunderts. Wir sind alle Kannibalen beweist nicht zuletzt, wie aufschlussreich eine ethnologische Herangehensweise sein kann, wenn es um aktuelle Fragestellungen geht.«

Wera Reusch, WDR 3

»Den Denkbewegungen dieses unterhaltsamen Wissenschaftsfeuilletons zu folgen ist auch heute noch ein Genuss.«

Lutz Happel, ParisBerlin | Magazin für Europa

»In Wir sind alle Kannibalen zeigt sich Claude Lévi-Strauss als glänzender Essayist.«

Raoul Löbbert, Christ & Welt 52/2014

»Dabei sind seine Texte gut lesbar, überraschen immer wieder mit kreativen Verbindungen und Analogien, die die Augen öffnen und klar machen, dass das, was man jeweils als "normal" wahrnimmt, immer seltsamer wird, desto genauer man es betrachtet.«
 

Stefan Wally, pro Zukunft 1/2015

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