Jáchym Topol
Zirkuszone - Roman

Aus dem Tschechischen von Milena Oda und Andreas Tretner
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 19.03.2007
Gebunden, 316 Seiten
ISBN: 978-3-518-41887-1

Inhalt

Im ehemaligen Adelssitz von Siřem, einem Dorf westlich von Prag, kümmern sich Nonnen um verlassene Kinder, die es aus verschiedenen Ländern hierher verschlagen hat. Unter ihnen ist auch der zwölfjährige Ilja. Angeblich haben die Eltern ihn und seinen behinderten kleinen Bruder auf der Flucht außer Landes zurückgelassen.
Der Alltag der Kinder ändert sich jäh, als Volksmilizen das »Heimdaheim« stürmen, die katholischen Schwestern deportieren und unter Leitung des Kommandanten ein von militärischem Drill bestimmtes Leben einführen. Bücher werden verbrannt, die Vergangenheit wird gesäubert und Ilja zum Saboteur ausgebildet.
Als die bevorstehende Invasion der Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten angekündigt wird, schließen sich viele der älteren Jungen  den Rebellen in der »Siřemer Autonomen Zone« an. Auf einem einrückenden sowjetischen Panzer entdeckt Ilja einen Mann, der sein Vater sein könnte:  Hauptmann Jegorow.
Als Dolmetscher und Kartenleser lotst Ilja die Okkupanten durch die verwüstete Landschaft, in der Zwerge, tote Giraffen und Kamele auftauchen: versprengte Teile eines sozialistischen Musterzirkus aus der DDR. Wie schließlich tschechische Einheiten nach Bayern eindringen und einen Dritten Weltkrieg heraufbeschwören, der die »Zirkuszone« auslöschen wird - diese Geschichtsfiktion ist weit mehr als Karneval und Satire. Der visionären Zukunft korrespondiert eine mythische Vergangenheit. Iljas abenteuerliche Jahre fügen sich zu einer Geschichte der tschechischen Nachkriegsepoche, im Zeitraffer erzählt - von den Vertreibungen 1945 bis zum Prager Frühling.

»Topol schreibt aufrichtig, leidenschaftlich, und das gefällt mir.« Cees Nooteboom

Im Original erschienen unter dem Titel Kloktat Dehet (Torst, Prag).

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