Zu Lande zu Wasser
Albertis Töne reichen von jener Zartheit der Sensitivität, vom stillen und zauberischen Glänzen der Worte bis zu einer neptunischen Heiterkeit. Der Hauch einer Meeresbrise liegt über dem, was Alberti mit leichter Hand und höchster Feinfühligkeit niederschrieb.
Karl Krolow,
Inhalt
"Neu, frisch - und vollendet; hingegeben, rasch, graziös, zwischen zwei Augenaufschlägen: andalusisch, wie nur je etwas" - nannte Juan Ramón Jiménez 1924 die ersten Gedichte von Rafael Alberti, dem ›Ariel‹ unter den spanischen Dichtern. "Albertis frühe Gedichte kommen so leicht daher, und die Präzision der Form ist so entwaffnend, wie durch alle Zeiten hin nur wenige Anfänge. Diese Dichtung lebt von Anklang. Das gibt ihr den besonderen Geschmack von Freiheit. (...) Und doch spiegeln die leicht verzeichneten Volkslieder des Matrosen an Land, diese ›flimmernde, nur von der Sonne des Südens bewegte Regatta‹, wie Alberti sie nennt, ein Erlebnis, das tiefer liegt. Wieviel davon im Gedicht auftaucht, bestimmt der Stil. Die Poetik Albertis aber ist die der Antisentimentalität. Hinter diesen scheinbar nur heiteren Gedichten liegt die plötzliche Begegnung mit dem Tod. Eine ohne alle Warnung ausgebrochene Tuberkulose, die daraus
folgende Verbannung in die Guadarramaberge über Madrid, die Angst zu sterben, ohne das heimatliche Meer wiederzusehen, die nie verwundene Trennung vom Süden seiner Kindheit, sie sind es, die die Figur des Matrosen an Land geschaffen haben. Überleben, Meer und Freiheit sind unlösbar Eines geworden in diesem Symbol."
Aus dem Nachwort von Erwin Walter Palm
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Zu Lande zu Wasser
Albertis Töne reichen von jener Zartheit der Sensitivität, vom stillen und zauberischen Glänzen der Worte bis zu einer neptunischen Heiterkeit. Der Hauch einer Meeresbrise liegt über dem, was Alberti mit leichter Hand und höchster Feinfühligkeit niederschrieb.
Karl Krolow,
Inhalt
"Neu, frisch - und vollendet; hingegeben, rasch, graziös, zwischen zwei Augenaufschlägen: andalusisch, wie nur je etwas" - nannte Juan Ramón Jiménez 1924 die ersten Gedichte von Rafael Alberti, dem ›Ariel‹ unter den spanischen Dichtern. "Albertis frühe Gedichte kommen so leicht daher, und die Präzision der Form ist so entwaffnend, wie durch alle Zeiten hin nur wenige Anfänge. Diese Dichtung lebt von Anklang. Das gibt ihr den besonderen Geschmack von Freiheit. (...) Und doch spiegeln die leicht verzeichneten Volkslieder des Matrosen an Land, diese ›flimmernde, nur von der Sonne des Südens bewegte Regatta‹, wie Alberti sie nennt, ein Erlebnis, das tiefer liegt. Wieviel davon im Gedicht auftaucht, bestimmt der Stil. Die Poetik Albertis aber ist die der Antisentimentalität. Hinter diesen scheinbar nur heiteren Gedichten liegt die plötzliche Begegnung mit dem Tod. Eine ohne alle Warnung ausgebrochene Tuberkulose, die daraus folgende Verbannung in die Guadarramaberge über Madrid, die Angst zu sterben, ohne das heimatliche Meer wiederzusehen, die nie verwundene Trennung vom Süden seiner Kindheit, sie sind es, die die Figur des Matrosen an Land geschaffen haben. Überleben, Meer und Freiheit sind unlösbar Eines geworden in diesem Symbol."
Aus dem Nachwort von Erwin Walter Palm
Albertis Töne reichen von jener Zartheit der Sensitivität, vom stillen und zauberischen Glänzen der Worte bis zu einer neptunischen Heiterkeit. Der Hauch einer Meeresbrise liegt über dem, was Alberti mit leichter Hand und höchster Feinfühligkeit niederschrieb.
Karl Krolow