Gerald Zschorsch
Zur elften Stunde - Gedichte

Zur elften Stunde
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 17.08.2009
Broschur, 69 Seiten
ISBN: 978-3-518-42107-9

Inhalt

»Zur elften Stunde«, so heißt eine Gemarkung im Schloßpark von Greiz. Eine Zeitangabe als Ortsbezeichnung: Wo die Entscheidung fällt? Wenn es schon fast zu spät ist? Greiz liegt auf der Grenze zum Vogtland, Kindheitsland, in das der Dichter mit einigen Texten des neuen Bandes zurückkehrt.

Dort schrieb und sang der junge Mann 1968 seine ersten Lieder – gegen die Entartungen des Sozialismus und den Einmarsch der Brudervölker in die Tschechoslowakei. (Ein paar finden sich in der Neuauflage des Bandes Glaubt bloß nicht, daß ich traurig bin.) Er wanderte ins Gefängnis, zweimal – »Und einmal, das Gesicht / im Spiegel: / der war, poliert, / ein Zellenriegel« –, und aus dem Gefängnis Ost per Freikauf ins Notaufnahmelager West.

»Am 24. Dezember 1974, als ich um 12 Uhr durch das Lagertor trat, wollte ich nicht sterben.« Gerald Zschorsch wird von einem Auto angefahren. Das Leben in Freiheit beginnt mit einem Unfall. Er hat Glück, denn er kommt mit dem Schrecken davon. Am Anfang seines neuen Gedichtbandes berichtet er davon in einem kurzen Text.

Pressestimmen

»Eine Prosaskizze von nur gut drei Seiten bildet den Anfang. Sie erzählt jenes Ereignis, welches die Lebenszeit des Gerald Zschorsch wie kein anderes strukturiert hat: Seine Ausweisung aus der DDR und seine Ankunft im Westen…Der poetisch-programmatische Rückblick auf den Sturz in eine bis heute dauernde Zeit ist die Bühne, auf der die Gedichte spielen. Etwas an ihnen ist neu: eine Reife, welche auch die vorangehenden Bände, bis in die fuchtelnden Anfänge, in ein milderes Licht rückt.«

Hans-Herbert Räkel, Süddeutsche Zeitung

»Die geografische Lage des Schlossparks von Greiz hat Zschorsch zu dem Titel für die neue Gedichtsammlung inspiriert. Es geht um das Grenzland zwischen Sachsen und Thüringen. Und es geht in diesen neuen Gedichten auch um die Grenze per se - zwischen Ost und West, zwischen Schönheit und Hässlichkeit, zwischen Liebe und Hass, Sieg und Niederlage, und es geht auch um die historische Grenze zwischen dem Prager Frühling und den verpassten Chancen nach 1989. Das ist die schwarz-weiße Oberfläche, mit der hier gearbeitet wird - im metaphysischen Hinterland dieser Gedichte passiert aber Erstaunliches. Gerald Zschorsch verführt nämlich den Leser in seinen neuen Texten zum Studium und zur Verteidigung der Schönheit, die sozusagen die ästehtische Hypostase seines neuen Buches ist.«

Artur Becker, Rheinischer Merkur

»Der einst aus der DDR ausgewiesene Dichter versammelt hier Erinnerungen an ostdeutsche Landchaften, die kaum noch jemand kennt. Eine poetische Inventur voller Licht und Schönheit. Kein Wort zu viel.«

Hajo Steinert

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