Albert Ostermaiers Schwarze Sonne scheine in Luxemburg gefeiert

10.01.2013

Im historischen Klostergemäuer des Luxemburger Kapuzinertheaters erlebte am 28. November 2012 die Monologfassung von Albert Ostermaiers Roman Schwarze Sonne scheine eine furiose Premiere. Johannes Zametzer führte Regie, Luc Veit überzeugte in der Rolle des jungen Schriftstellers Sebastian, der sich schmerzhaft vom Trauma eines Verrats zu befreien versucht. An ihm sollte eine betrügerische, pseudo-religiöse »Wunderheilung« vollzogen werden - ein besonderer Fall kirchlichen Missbrauchs.

»Die Emotionen, die Luc Veit freisetzt, die Leichtigkeit, mit der er durch den komplexen, bilderreichen Text stolziert und vor allem seine nüchterne Ironie, mit der er die furchtbare Geschichte erzählt, sind ganz großes Theater!« schreibt das Luxemburger Tageblatt über den furiosen Befreiungsakt, den der Abend zeigt. Ostermaiers Thriller thematisiert auf eindringliche Weise das Fortwirken ideologischer Strukturen in pseudo-religiösem Gewand. Die konzentrierte Spielfassung des Romans ist verfügbar und für weitere Inszenierungen zu entdecken.