Faust Sonnengesang – Premiere am 16.12.2012 im Kino Babylon

10.12.2012

Ob als Dramatiker, Prosa- und Hörspiel-Autor oder Filmemacher – schon immer hat Werner Fritsch fernab von ausgetretenen Pfaden seinen ganz eigenen Weg beschritten, um sich künstle-risch auszudrücken. Sein aktueller Film Faust Sonnengesang bildet hier keine Ausnahme – das 3-stündige Werk ist ein formal und programmatisch mutiges Experiment, das sich in seiner poetischen Kraft und rauschhaften Bildergewalt mit dem Begriff des Filmgedichts fassen lässt.

Faust Sonnengesang ist das Vorhaben, den Faust-Stoff in das Jetzt zu übersetzen und diesen Ur-Stoff deutscher Kultur neu zu formulieren ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen und ihn dabei auf eine universale Ebene auszuweiten - denn Fritschs Faust ist ein moderner Wanderer zwischen den Welten, dessen Bildergedächtnis sich aus allen Kulturen und Zeiten speist und der darin, mittels des synthetischen Denkens der Kunst, das alle Menschen Verbindende er-kennt. Zugleich ist dieses Filmgedicht der Versuch, den »jüngsten Film« der im Kopf abläuft, wenn ein Mensch für immer die Augen schließt, abzubilden, das Faustische daran ist »die Gnade, diesen Film selbst gestalten zu dürfen«, so Fritsch. Das Ich dieses Experimentalfilms ist ein gleichsam entfesselter Faust, der der äußeren Informations- und Bilderflut unserer heutigen Zeit den wilden Fluss seiner inneren Bilder entgegensetzt, der sich dem Rausch des glücklichen Augenblicks hingibt und ihm zuruft »Verweile doch, Du bist so schön«. Damit verbinden sich in ihm individuelle Vision und kollektives Bildarchiv zu einem ekstatischen Bewusstseinsstrom.

Faust Sonnengesang ist ein visionäres Gesamtkunstwerk, welches das Leben und die Träume der Menschheit mit fulminanten Bildern von purer visueller Kraft feiert. »Der experimentelle Autorenfilm ist zurück« postulierte gar Thomas Irmer.

Am 16.12.2012 um 19.00 feiert dieses Filmgedicht in Anwesenheit von Werner Fritsch im Babylon Mitte nun seine Kino-Premiere.
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