Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018

08.02.2018

Hain von Esther Kinksy (Kategorie Belletristik), Die Gesellschaft der Singularitäten von Andreas Reckwitz (Kategorie Sachbuch/Essayistik) und Sabine Stöhr und Juri Durkot mit ihrer Übersetzung von Serhij Zhadans Internat (Kategorie Übersetzung) sind für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert.

Im Jurykommentar zu Hain ist zu lesen: »Drei italienische Reisen zwischen Erinnerung und Gegenwart. Eine Trauernde durchquert Seelenlandschaften fernab der touristischen Pfade. Stille, fast übersinnlich präzise Beobachtungen, die ihre Tiefe ganz aus der Versenkung in die Oberfläche gewinnen.«

Die brennende Aktualität von Andreas Reckwitz’ Gesellschaft der Singularitäten beschreibt die Jury mit: »Ob privat oder öffentlich: Befeuert vom Kulturkapitalismus will man heute in westlichen Gesellschaften stets das Besondere. Andreas Reckwitz schildert, wie der Drang zum Singulären eine neue Klassengesellschaft erzeugt, mit neuen Konflikten zwischen Eliten und Abgehängten.«

Über die Übersetzung von Zhadans Internat schreibt die Jury: »Die Umgebung verroht, aber der Wahrnehmungsapparat des Helden gewinnt an Schärfe und Genauigkeit. Keine billige Drastik, sondern dichte Beschreibungen, die auf Deutsch eine enorme Kraft entfalten. Die Sprache ist Schutzraum und Erkenntnisinstrument in einem.«

Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis wird seit 2005 vergeben und ehrt herausragende Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

Die Preisverleihung findet am 15. März in der Glashalle der Leipziger Messe statt.