Uraufführung: Thomas Köck Strotter

10.04.2016

Thomas Köcks neues Stück Strotter feierte am 8. April in der Regie von Thomas Schweigen seine Uraufführung am Schauspielhaus Wien. In Zusammenarbeit mit Thomas Schweigen entwickelte Köck ein 5D Hörspiel, das in einer Sciene-Fiction-Version einen dystopischen Blick in eine mögliche Zukunft Wiens wirft. Köck bezieht sich in Strotter auf einen Alt-Wiener-Begriff, der im vergangenen Jahrhundert im Wiener Raum gebräuchlich war. Er bezeichnet die Ausgeschlossenen aus der Gesellschaft, die sich in den Untergrund zurückzogen und dort in Krisenzeiten in Abfällen und Abwassern nach Verwertbarem wühlten.

Köck interessiert sich in seinem Stück für den modernen Strotter, die Erniedrigten und Beleidigten, die sich am Rand unserer Gesellschaft bewegen, in Zeiten verschiedenster Krisenherde, der Flüchtlingskrise, der Klimakrise..., stets von der Angst vor sozialem Abstieg geprägt und fragt ob das Leben unter der Erde ein Konzept der Zukunft und der moderne Strotter ein Mensch des 21. Jahrhunderts sein kann?

»In Simmering gibt es Wirbelstürme, das Marchfeld ist zur Wüste geworden, wem es möglich war, der hat die Erde per Rakete verlassen. Der Rest liegt mit schweren Helmen am Boden und lässt sich von einer freundlichen Computerstimme … eine bessere Realität virtuell ins Hirn pflanzen. «(Der Standard, 11.4.2016)

»›Sich selbst‹ von außen zu sehen, angeschlossen an eine Maschine inmitten von Kabeln und unter Masken – das ist ein starker Augenblick in einer erfrischend unkonventionellen Inszenierung, die einen außerirdischen Blick auf die reale Welt wirft und damit die Wirklichkeit selbst zur Inszenierung macht, sie vielleicht gar nur als solche enttarnt, mit den Mitteln des Theaters zur Kenntlichkeit entstellt.« (nachtkritik.de, 8.4.2016)

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