Wir sind viele und reiten ohne Pferd von Martin Heckmanns

01.05.2012

Wie kann »bei fortschreitender Indiviualisierung noch ein kraftvolles Miteinander entstehen«? Diese Frage ist der Ausgangspunkt des neuen Stückes von Martin Heckmanns. Auf den ersten Blick bezieht es sich auf aktuelle »Occupy«-Protestformen. Auf einer grundsätzlicheren Ebene stellt es Fragen nach der Möglichkeit politischer Einflussnahme jenseits eingeübter Routinen. Woran liegt es, dass auch als zutiefst ungerecht empfundenene Verhältnisse nicht in Bewegung zu versetzen sind? Heckmanns Blick richtet sich auf die Sprache der Engagierten und ihr bewegendes, spielerisches Potential. »Die Bewegung«, das sind in seinem sehr komischem Stück vier mehr oder weniger engagierte Aktivisten, die sich heillos in ihrem Engagement, ihren individuellen Widersprüchen, Ideologieresten und politisch korrekten Sprachregelungen verstricken. Ein Sprachkunststück über erste und letzte Spielräume politischer Bewegungen.

Die Uraufführung dieses Auftragswerkes fand am 20. Mai 2012 am Schauspiel Stuttgart statt. Ein Interview des Autors zum Stück findet sich hier ».