Zum Tod von Jochen Greven

02.04.2012

Robert Walser, wie wir ihn heute kennen und lieben, ist ohne Jochen Greven nicht vorstellbar. Greven, geboren 1932 in Mühlheim/Ruhr, promovierte 1959 mit der ersten deutschsprachigen Dissertation über Robert Walser – Existenz, Welt und reines Sein im Werk Robert Walsers –, die vor drei Jahren im Wilhelm Fink Verlag neu herausgegeben wurde. In den Jahren 1966 bis 1975 erarbeitete er als weitgehend alleinverantwortlicher Herausgeber die erste Robert Walser-Gesamtausgabe, die in 12 Bänden zunächst im Kossodo Verlag, dann auch im Suhrkamp Verlag erschien. Diese Ausgabe erweiterte Greven später und schloss sie 1986 mit der zwanzigbändigen Ausgabe im suhrkamp taschenbuch ab.

In den sechziger und siebziger Jahren arbeitete Greven – neben seiner Tätigkeit als freier Publizist und Übersetzer – im Piper und im S. Fischer Verlag, in dem er als Verlagsleiter und Geschäftsführer des Fischer Taschenbuchverlags Akzente setzte. Von Mitte der siebziger bis in die frühen neunziger Jahre war er beim Deutschlandfunk und beim Hessischen Rundfunk tätig.

Die Beschäftigung mit dem Werk Robert Walsers aber war sein Lebensthema. Von 1997-2001 war er Gründungspräsident der in Zürich ansässigen Robert-Walser-Gesellschaft. 2003 legte er ein vielbeachtetes Buch zur Wirkungsgeschichte vor: Robert Walser – ein Außenseiter wird zum Klassiker. Abenteuer einer Wiederentdeckung.

Jochen Greven hat sich auf einzigartige Weise um die Robert-Walser-Forschung und ihre internationale Geltung verdient gemacht. Er ist am 29. März dieses Jahres in Köln verstorben.

Einen Nachruf von Susan Bernofsky finden Sie hier.

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