Über Niklas Luhmanns Gesellschaftstheorie:

Niklas Luhmann

wurde 1927 in Lüneburg geboren und starb 1998 in Oerlinghausen. Seine Sozial- und Gesellschaftstheorie ragt international heraus und ist beispiellos in ihrer Theorie- und Begriffsarchitektur, ihrem Anspruch und ihrer Wirkung. Einzigartig ist auch Luhmanns Publikationstätigkeit: Annähernd 600 Veröffentlichungen lassen sich zählen, deren Kraftzentrum der sagenumwobene »Zettelkasten« mit über 90 000 Blättern ist. Er wird – wie der gesamte wissenschaftliche Nachlass des Soziologen – vom Niklas Luhmann-Archiv der Universität Bielefeld erschlossen, also an dem Ort, an dem Luhmann von 1968 bis 1993 lehrte und forschte.

Seit fast 50 Jahren werden Werke Niklas Luhmanns im Suhrkamp Verlag veröffentlicht, darunter Klassiker wie Soziale Systeme, Liebe als Passion und Die Gesellschaft der Gesellschaft. Zu seinem 90. Geburtstag am 8.12.2017 erscheint aus dem Nachlass Systemtheorie der Gesellschaft.

 

Alle Fotos © Niklas Luhmann-Archiv

 

Niklas Luhmann »Systemtheorie der Gesellschaft«

»Thema: Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine« – so lautet die berühmte Antwort, die Niklas Luhmann Ende der 1960er Jahre auf die Frage nach seinem Forschungsprojekt gab. Der Zeitplan wurde eingehalten: 1997 erschien Die Gesellschaft der Gesellschaft, Luhmanns Opus magnum und Kernstück dieses Vorhabens.

So bedeutend dieses Werk, so bemerkenswert seine Vorgeschichte. Denn wie der wissenschaftliche Nachlass des Soziologen zeigt, hat Luhmann im Laufe der Jahrzehnte mehrere weitgehend druckreife und inhaltlich eigenständige Fassungen seiner Gesellschaftstheorie geschrieben. 1975 brachte er die erste dieser Fassungen auf nahezu tausend Typoskriptseiten zum Abschluss.

Sie ist ohne Frage die soziologisch reichhaltigste Version einer umfassenden Theorie der Gesellschaft, die aus Luhmanns einzigartigem Forschungsprojekt hervorgegangen ist, und wird nun unter dem Titel Systemtheorie der Gesellschaft erstmals publiziert.

 


Niklas Luhmanns Weg in die Soziologie 1/5

 
Die Arbeitsweise von Niklas Luhmann 2/5

 


Niklas Luhmanns berühmter Zettelkasten 4/5

 

 


Der Nachlass von Niklas Luhmann 5/5

 

Organisation als Prototyp

von Philipp Felsch

Niklas Luhmanns Vermächtnis ist bis heute durch eine eigentümliche Diskrepanz gekennzeichnet: Seiner überragenden Bedeutung als Theoretiker der modernen Gesellschaft steht die Tatsache gegenüber, dass sein Werk innerhalb seines Faches, der Soziologie, als vergleichsweise randständig gilt. Selbst in den neunziger Jahren, als er längst ein internationaler Theorie-Star war, soll sich in seinem Bielefelder Oberseminar nur eine spärliche Gefolgschaft versammelt haben. Eine Luhmann-Schule, deren disziplinäres Gewicht auch nur annähernd dem Rang seiner Theorie entspräche, hat sich daher niemals etablieren können. Vielleicht wird das zusätzlich dadurch erschwert, dass seine ohnehin nicht gerade zahlreichen Schüler in der Art der Bezugnahme auf ihren Lehrer obendrein uneinig sind.

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Herausgegeben von Johannes Schmidt und André Kieserling unter Mitarbeit von Christoph Gesigora

D: 49,95 €
A: 51,30 €
CH: 66,90 sFr

NEU
Erschienen: 12.12.2017
Wieder lieferbar: 19.02.2018
Gebunden, 1132 Seiten
ISBN: 978-3-518-58705-8
Auch als eBook erhältlich

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