»Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.« Theodor W. Adorno
Literatur und Wissenschaft – das sind die beiden großen Bereiche des Suhrkamp Verlages, und beide zusammen verleihen ihm sein besonderes Profil. Mit »Wissenschaft« sind vor allem die Geisteswissenschaften des 20. und 21. Jahrhunderts gemeint – die, wie man mit Norbert Elias sagen könnte, »Wissenschaft vom Menschen«. Der Wissenschaftsverlag nimmt mit zeitdiagnostischem Gespür jene geisteswissenschaftlichen Anstöße auf, die neue Impulse geben und wichtige Akzente setzen. Das Leitmotiv hierfür heißt: Jenseits aller Beliebigkeit größtmögliche Vielfalt über Schulgrenzen hinweg. Nicht zuletzt dieser disziplinübergreifenden Offenheit des Programms ist es zu verdanken, dass es über Jahrzehnte hinweg die wissenschaftliche und intellektuelle Auseinandersetzung entscheidend bestimmen konnte und bis in die heutige Zeit prägt.
Der Verlag publiziert Bücher unter anderem zur Philosophie und Soziologie, zur Theorie der Politik und des Rechts, zu den Kulturwissenschaften und zur Medientheorie, zur Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte sowie aus dem Grenzbereich zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.
Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Ernst Bloch und Ludwig Wittgenstein: Um ihre Werke gruppierten sich im Laufe der Jahre die Arbeiten namhafter Gelehrter, die heute in ihren spezifischen Wissenschaftsfeldern zur Klassikern der Theorie geworden sind. Norbert Elias, Siegfried Kracauer, Alexander Mitscherlich und Georg Simmel stehen für die Vielfalt theoretischer Positionen und wissenschaftlicher Disziplinen, die für das Programm charakteristisch ist.
Das Wissenschaftsprogramm versteht sich als Diskussionsforum und macht internationale Theorieentwicklungen und Debatten dem deutschsprachigen Publikum in Erstübersetzungen zugänglich. Mit Autoren wie John Dewey, Charles S. Peirce, Thomas Kuhn, Paul Feyerabend, Richard Rorty, John Searle, Donald Davidson, John Rawls, Clifford Geertz, Stanley Cavell, Charles Taylor, Quentin Skinner, Judith Butler oder Robert Brandom ist die angloamerikanische Philosophietradition in ihrer ganzen Breite vertreten. Gleiches gilt für die französische Theorie, deren herausragende Denker einen festen Platz im Programm haben: Claude Lévi-Strauss, Marcel Mauss, Pierre Bourdieu, Georges Duby, Paul Ricœur, Gilles Deleuze, Michel Serres, Jacques Derrida, Bruno Latour, Marcel Hénaff und Luc Boltanski, um nur einige zu nennen.
Ebenso wie die Diskussionen in Deutschland wesentliche Impulse durch diese Übersetzungen erhalten, wurden auch die wichtigsten deutschsprachigen Theoretiker, deren Werke im Suhrkamp Verlag vorliegen, in alle Weltsprachen übersetzt. Autoren wie Jürgen Habermas, Karl-Otto Apel, Niklas Luhmann, Hans Blumenberg, Dieter Henrich und Axel Honneth haben neue Denkweisen begründet und üben mit ihren Schriften enormen Einfluss auf die internationale Scientific Community aus. Der internationale Ruf von Suhrkamp Wissenschaft gründet maßgeblich in einer Denkhaltung, die das Vertrauen in die aufhellende Kraft der Vernunft und in die gesellschaftlichen wie wissenschaftlichen Möglichkeiten einer intellektuellen Diskussionskultur bewahrt hat.
»Erfreulichstes Verlagsprogramm des Jahres 2009 ist das Wissenschafsprogramm im Suhrkamp Verlag, weil dort geisteswissenschaftliche Titel unbeirrbar auf höchstem Niveau erscheinen: Titel von Charles Taylor, Michael Tomasello, Hans Blumenberg, Eva Illouz, Paul Feyerabend und nach wie vor die Kritische Theorie von Walter Benjamin bis Jürgen Habermas.« René Aguigah für Deutschlandradio Kultur
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