Aktuelle Neuerscheinung

»Das ist der Schriftsteller Peter Handke: das Leben, das Schreiben ohne Gewohnheit, das immer wieder neue Denken, neue Schauen, die Sehnsucht nach dem Sich-Wegdenken, Sehnsucht nach dem Ankommen und zugleich die große Angst davor, weil es dann zu Ende sein könnte mit dem Schreiben für immer. Das neue Buch erzählt von dieser Angst. … Keine Botschaft, keine Nachricht, nur Schönheit als Ahnung und Lesen als Glück. Fast nichts - und mehr denn je.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Zwar hat er seine Sprache behalten … Aber die Anlage, die Erzählform dieses Buches ist anders, als Peter Handke je gearbeitet hat: Das liegt zum einen daran, daß die Reise, von der in der "Morawischen Nacht" erzählt wird, einem vorgeschriebenen, über feste Stationen verlaufendem Weg folgt - einem Weg, der zudem aus Leben und Werk Peter Handkes vertraut ist. Und es liegt daran, daß es Peter Handke mit der Selbstbefragung ernst meint ...«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

»Das Streitobjekt "Balkan" entpuppt sich in aller Deutlichkeit als Chiffre, und eben nicht für ein begrenzbares politisches Spannungsfeld. …Der Balkan ist nicht nur ein Überall, er ist vor allem der utopische Fleck, an dem sich das Dasein exemplarisch verdichtet, "Einsprengsel in der Zeit", "Inselchen, Inselmomente."«
Martin Krumbholz, Frankfurter Rundschau

»Der Balkan, das war Peter Handkes Privatmythologie, scheinbar unauflöslich mit der Vergangenheit des Schriftstellers verknüpft, mit der Kindheit, seinen Vorfahren, seinen ersten Reisen und ersten Büchern, und deshalb eine Angelegenheit, die mit Zähnen, Klauen und allen anderen ihm zu Gebote stehenden Mitteln verteidigt werden mußte. Mit seinem jüngsten Buch "Die morawische Nacht" läßt Handke seinen Traum fahren, um seine Freiheit wiederzugewinnen. Es ist ein Befreiungsbuch, das eine zur Obsession gewordene Leidenschaft verabschieden möchte, gewiß nicht leichtfertig, aber doch erstaunlich leichtherzig.«
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Aber daß fast alles, was gegen Peter Handke vorzubringen wäre, auf durchaus radikale Weise von ihm persönlich vorgebracht wird, verblüfft denn doch. Es zeugt von einer Souveränität, die meist tatsächlich erst im vorgerückten Alter möglich ist. Verfehlt wäre allerdings der Eindruck, Peter Handke habe sich von seinem jugoslawischen Traum sang- und klanglos verabschiedet. Die "morawische Nacht" ist ein Teils witzig-satirischer, teils elegisch-resignierter Abgesang darauf.«
Ulrich Weinzierl, Literarische Welt

»Handkes neues, als "Erzählung" etikettiertes Buch "Die morawische Nacht" ist wiederum ein furioses Spiel mit Autorenanmaßung, Kulissenzauber, einem hinterhältigen Verwirrspiel mit Erzählstimmen und einer raffinierten Abmischung von Fiktion, Realitätspartikeln und Spuren aus Leben wie Werk des Autors … Er erzählt vom Scheitern als Mensch, Künstler und eben auch als Zoon politikon. Und kaum ein Autor der Gegenwart versteht zugleich poetische Miniaturen so hinzumalen wie er.«
Evelyne Polt-Heinzl, Die Presse

»... zumal Handke zwischen Scherz und Satire, Ironie und tieferer Bedeutung, zwischen intimer Konfession und verstiegenem Märchen, Sanftmut und Polemik changiert. … Preisgegeben indes hat er dank dem ingeniös-paradoxen Erzählarrangement nichts von seiner "majestätischen Andersheit". Eine große Frische ist in dieser "morawischen Nacht" über Handkes Werk gekommen.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung

»Wie immer bei Handke ist es kaum möglich, mit einer Inhaltsangabe auch nur in Umrissen eine Vorstellung von der Beschaffenheit und den Qualitäten des Textes zu vermitteln. Das betrifft die Raffinessen, Anspielungen und Vertracktheiten, wenn er die Teilnehmer eines Kongresses, die Intellektuellen ganz allgemein und nicht zuletzt sich selber persifliert, das betrifft die unzähligen Querverbindungen zum eigenen Werk, … das betrifft aber auch die unzähligen, gleichsam nebenher produzierten Schönheiten und stilistischen Glanzstücke des Textes: die Atemzeichnungen an einem Busfenster, die Beschreibungen eines Mädchens in einem fahrenden Zug, die vielen Möglichkeiten, ein Lenkrad zu halten.«
Charles Linsmayer, Der Bund

»Kaum je aber hat Peter Handke so lässig mit seinem literarischen Image gespielt, so ironisch auf das aufreizend sanfte Gesetz verwiesen, dem er sich und sein Werk verschrieben hat. … So wie der Bootsherr dem "nachtlangen Reden" eine besondere Nachhaltigkeit attestiert, so empfiehlt sich dieses Buch vielleicht für ein nachtlanges Lesen, ein ungestörtes Eintauchen in eine Welt der Entrückung und der Begeisterung.«
Daniela Strigl, Der Standard

»Eine Rundreise durch Europa, vom Balkan nach Spanien und über Deutschland und Österreich wieder retour. Davon handelt "Die morawische Nacht", die große neue Erzählung von Peter Handke … Es ist eine Reise zu phantasievollen Außenseiter-Treffen und eine Spurensuche der eigenen Geschichte.«
Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten

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Die Bücher

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Als das Wünschen noch geholfen hat.
st 208. 128 Seiten. € 5,50 (D).

Es ist also zu unterscheiden: was mich unfähig und unwillig zu einer politischen Existenz macht, ist nicht der Ekel vor der Gewalt, sondern der Ekel vor der Macht; die Macht erst, indem sie es sich erlauben kann, aus der Gewalt ein Ritual zu machen, läßt diese als das Vernünftige erscheinen.
Das Gewicht der Welt. Ein Journal.
st 500. 284 Seiten. € 9,50 (D).

Heute nacht, zur Unzeit aus einem Traum erwacht, sah ich den Wurm, der für den Traum verantwortlich war, wie man durch einen Schnitt in die Baumrinde den Schädling überrascht.
Der Chinese des Schmerzes.
255 Seiten. Geb. € 19,80 (D)

Mit dem Licht jenes Augenblicks wurde es still. Die wärmende Leere breitete sich aus, welche ich so nötig habe. Es war wie ein Aufklaren, oder, wenn es dieses Wort gäbe, ein "Urheben". Die Stirn brauchte die stützende Hand nicht mehr. Es war eigentlich keine Wärme, sondern ein Glanz; kein Sich-Ausbreiten, sondern ein Aufwallen; keine Leere, sondern ein Leer-Sein; weniger mein persönliches Leersein, als eine Leer-Form.
Die Hornissen. Roman.
st 416. 247 Seiten. € 8,50 (D)

Heiß macht ihn nur, was er nicht weiß. Was er weiß, läßt ihn kalt. Wenn er zwar von etwas weiß, aber nicht erfahren kann, was es ist und wie es ist, so verlockt es ihn, zu wissen. Das Unerreichbare lockt. Das scheinbar Vergessene lockt. Bisweilen lockt ihn nur der unwegsame Weg, der in dem Buch beschrieben ist.
Die linkshändige Frau.
131 Seiten. Klapp.-Brosch. € 14,80 (D).

Sie war dreißig Jahre alt und lebte in einer terrassenförmig angelegten Bungalowsiedlung am südlichen Abhang eines Mittelgebirges, gerade über dem Dunst einer großen Stadt. Sie hatte Augen, die, auch wenn sie niemanden anschaute, manchmal aufstrahlten, ohne daß ihr Gesicht sich sonst veränderte.
Die Tablas von Daimiel. es-Sonderdruck.
64 Seiten. € 6,- (D)

Inzwischen steht fest: Ich werde in diesem Prozeß gegen Slobodan Milo?sevi´c nicht Zeuge sein. Ich möchte es nicht. Ich will es nicht. Ich kann es nicht. Dabei habe ich den Zeugenstand, Tribunal hin, Tribunal her, eine Zeitlang durchaus erwogen.
Die Unvernünftigen sterben aus.
st 168. 100 Seiten. € 6,50 (D)

Ich habe das Gefühl, der einzig Übriggebliebene zu sein, und daß es außer mir nichts mehr gibt, ist unappetitlich. Wenn es dafür wenigstens eine appetitliche Erklärung gäbe - aber mein Selbstbewußtsein ist das Bewußtsein von einem Haufen Unrat in einem unendlichen leeren Raum.
Don Juan (erzählt von ihm selbst).
158 Seiten. Geb. € 16,80 (D)

Don Juan war kein Verführer. Er hatte noch nie eine Frau verführt. Zwar waren ihm welche begeg-net, die ihm das dann nachgesagt hatten. Aber diese Frauen hatten entweder gelogen, oder sie wußten nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, und hatten damit eigentlich etwas ganz anderes sagen wollen. Und umgekehrt war Don Juan auch noch keinmal von einer Frau verführt worden.
Emmanuel Bove. Meine Freunde.
BS 744. 224 Seiten. € 13,80 (D)

Wenn ich von zu Hause weggehe, rechne ich immer mit einem Ereignis, das mein Leben von Grund auf ändern wird. Ich erwarte es bis zum Moment meiner Rückkehr. Das ist der Grund, daß ich nie im Zimmer bleibe. Leider ist dieses Ereignis nie eingetreten.
Gestern unterwegs.
st 3886. 550 Seiten. € 15,- (D)

Und immer noch, wie damals vielleicht mit siebzehn, möchte ich die Seiten eines zu schreibenden Buches füllen mit nichts als Wind und zwischen die Seiten treibenden Schneeflocken (26. Mai, Monfalcone)
In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus. Roman.
316 Seiten. Geb. € 24,80 (D)

Das Epos von ›Ivain oder der Löwenritter" aufgeschlagen. Wo war er nur damals stehengeblieben? So jäh war er also aufgebrochen, daß er vergessen hatte, ein Lesezeichen einzulegen? Endlich fand er die Stelle. Er las weiter. Auf einmal aber hielt er inne und begann zu zittern. Jetzt zitterte er. Jetzt erst zitterte er.
Kali. Eine Vorwintergeschichte
160 Seiten. Klapp.-Brosch. € 16,80 (D)

Allmählich setzt das Gedächtnis ein, und ich höre sie, noch ohne sie zu sehen. Und was höre ich von ihr? Ist das ihre Stimme? Oder ein Instrument? Der Ton, eher der Klang, hat etwas von beidem. Es ist eine Art von Zusammenklang, von Instrument und Stimme. Oder nichts als ein Instrument, das sich darüber hinaus als Stimme anhört? Gesang? Nein, Stimme, wie nur je eine …
Langsame Heimkehr. Erzählung.
200 Seiten. Geb. € 18,80 (D)

Sorger, ohne Blut, nur noch Hitze, sah sich in dieser Nacht der Rückkehr in die westliche Welt, ohne Traum, ausgeboren zu einem atmosphärelosen Planeten (Karst und groteske Leere), steinschwer, ohne zu fallen; nicht allein auf der Welt, sondern allein ohne Welt; und in ihm - Unzeit - stehen die Sterne und Spiralnebel, als Augen, die ihn nicht anschauen.
Leben ohne Poesie. Gedichte.
st 3921. ca. 237 Seiten. € 14,- (D)

Die Verlassenheit
Ruckhaft stand ich auf
(mit dem heißen Gesicht eines Wahnsinnigen)
Der Boden des Raums spiegelte
und die Dinge lagen zur Hand
wie ausgerissene Pflastersteine
In die wegstiebende Katze schlug mein Messer ein
Es gab bis über die Höhe der Augen
keine Außenwelt mehr
Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln
623 Seiten. Brosch. € 25,00 (D)

Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke.
es 177. 112 Seiten. € 7,- (D)

Die Publikumsbeschimpfung ist kein Stück gegen das Theater. Es ist ein Stück gegen das Theater, wie es ist. Es ist nicht einmal ein Stück gegen das Theater, wie es ist, sondern ein Stück für sich. Die Publikumsbeschimpfung ist ein Stück gegen das Theater, wie es ist, und ein Stück für das Theater, wie es ist und war.
Sophokles. Ödipus in Kolonos.
it 3134. 155 Seiten. € 8,- (D)

Keiner wird vom Schicksal dafür bestraft, daß
er den straft, von dem er was erlitten hat;

ein Betrug aber durch mehr Betrug
überspielt, das schafft, statt Freude, im Gegenteil Last.

Ab mit dir vom Ort hier, marsch, weg von meinem

Boden, auf daß du nicht meine Polis mit
deiner Schuld verknüpfst.
Spuren der Verirrten.
87 Seiten. Klapp.-Brosch. € 14,80 (D)

Das ist jetzt mein Moment. Ich, der Zuschauer trete auf. In der Tat habe ich stark auftreten müssen, um mich den Verirrten auf der Szene bemerkbar zu machen. Bin ich gelaufen gekommen oder gar eingeflogen? Ich erinnere mich nicht, es ist wie die Lücke in einem Traum. Am ehesten bin ich wohl hereinspaziert.
Untertagblues. Ein Stationendrama.
80 Seiten. Brosch. € 14,90 (D)

Und schon wieder ihr. Und schon wieder muß ich mit euch zusammen sein. Halleluja. Miserere. Ebbe ohne Flut. Ihr verdammten Unvermeidlichen. Wärt ihr wenigstens Übeltäter. Nichts da: ohne eine spezielle Übeltat seid ihr das Übel der Übel. Erlöse mich von eurem Übel. Mach mich die Leute da meiden. Einmal wenigstens, wenigstens für einen Augenblick.
Versuch über den geglückten Tag. Ein Wintertagtraum.
91 Seiten. Geb. € 14,80 (D)

Wer hat schon einen geglückten Tag erlebt? Sagen werden das zunächst von sich wahrscheinlich die meisten. Und es wird dann nötig sein, weiterzufragen. Meinst du "geglückt" oder bloß "schön"? Sprichst du von einem "geglückten" Tag oder einem - es ist wahr, ebenso seltenen - "sorglosen"? Ist für dich ein geglückter Tag allein schon, der ohne Probleme verlief?
Zurüstungen für die Unsterblichkeit.
134 Seiten. Klapp.-Brosch. € 16,80 (D)

Mein Vater ist ein Ausländer. Er ist tot. Nur als ich neulich, am Bach dort bei der Viehweide draußen, das Nachbarmädchen auszog, hat meine Mutter, bei all dem Auflauf und dem Geschrei dann um das Haus herum, in einem fort gesagt: "Dein Vater lebt!" Angeblich sehe ich ihm ähnlich. Nur möchte ich ein ganz anderer werden als er. Ein Erster. Ein Allererster. Und dann wieder möchte ich schon tot sein.