Bettina Erasmy
Brand

Bettina Erasmy
© Jeanne Degraa

Eine deutsche Familiengeschichte

5 Damen, 4 Herren, Doppelbesetzungen möglich

UA: ETA Hoffmann Theater Bamberg
19.01.2018
Regie: Cillie Drexel

Synopse

Fritz und Greta lernen einander in den 50er Jahren kennen und gründen eine Familie. Die Geschäftsidee von Fritz, sein Geld zukünftig mit Immobilien verdienen zu wollen, wird sich als goldwert erweisen. Deutschland wird nach den Zerstörungen des Krieges schnell wiederaufgebaut, Fritz wirkt tüchtig mit am Wirtschaftswunder. Die Kinder Michael und Paulina wachsen in scheinbar gesicherten Verhältnissen auf. Doch sie tragen mit, was die Eltern belastet: das Schweigen über traumatische Erfahrungen, die sie als Kriegskinder in Bombennächten oder auf der Flucht erlebt haben; die verdrängte Trauer um Verstorbene, Geschwister, den Vater, die beste Freundin, die zu seelischer Entwurzelung führt. Während Greta als Kind und junge Frau erfahren hat, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, erfüllt sie sich spät doch noch den Traum von beruflicher Selbstverwirklichung. Ihrer emotional wenig gefestigten Tochter Paulina wird das ein Leben lang nicht gelingen. Michael macht zwar Karriere, doch zerbricht seine Beziehung darüber. Eines Tages kündigt sich eine Frau an, die sich als die polnische Halbschwester von Fritz vorstellt. Und im Testament von Gretas Mutter Else steht schließlich ein Name, den allein Greta kennt.

Bettina Erasmy erzählt die komplexe Geschichte einer westdeutschen Familie über den Zeitraum eines halben Jahrhunderts hinweg. Wie Traumata und Gefühlskälte sich einschreiben in die DNA, in die Körper einer Familie, darüber schreibt die Dramatikerin in erstaunlich leichtfüßigen und komischen Dialogen. Mit liebevoller Distanz entwirft Erasmy Bühnenfiguren, die einem nahgehen, und schreckt vor drastischen Bildern nicht zurück, die deshalb so stark berühren, weil sie an kollektive Erfahrungen rühren.

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