Bertolt Brecht
Der böse Baal der asoziale

Fragment
12 Damen, 18 Herren
UA: Berliner Ensemble
01.06.1997
Regie: Angelika Waller
Synopse
Das Fragment gebliebene Lehrstück »Der böse Baal der asoziale« ist eine von Brechts vielen Varianten des Baal-Stoffs, an denen er sein Leben lang gearbeitet hat. Es entfernt sich inhaltlich weit vom ursprünglichen »Baal« und variiert Fragen nach dem modernen Individuum und seiner allseitigen Verwertung modellhaft in der Figur des Baal. In diversen Situationen und Konstellationen ist Baal der sich stets Wandelnde. Brecht notiert an anderer Stelle hierzu: »Das Individuum erscheint uns immer mehr als ein widerspruchsvoller Komplex in stetiger Entwicklung, ähnlich einer Masse. Es mag nach außen hin als Einheit auftreten und ist darum doch eine mehr oder minder kampfdurchtobte Vielheit, in der die verschiedensten Tendenzen die Oberhand gewinnen, so daß die jeweilige Handlung nur das Kompromiß darstellt.«
Zum Fragmentarischen des Stücks vermerkt er: »Der große Irrtum, der mich hinderte, die Lehrstückchen vom ›Bösen Baal dem assozialen‹ herzustellen, bestand in meiner Definition des Sozialismus als einer großen Ordnung. Er ist hingegen viel praktischer als große Produktion zu definieren. Produktion muß natürlich im weitesten Sinn genommen werden, und der Kampf gilt der Befreiung der Produktivität aller Menschen von allen Fesseln.«


