Peter Weiss
Der neue Prozeß

Peter Weiss
© Andrej Reiser

Stück in drei Akten. Skizzen

UA: Dramaten Theater Stockholm
12.03.1982
Regie: Gunilla Palmstierna-Weiss, Peter Weiss

Deutsche EA: Freie Volksbühne Berlin
25.03.1983
Regie: Roberto Ciulli

Synopse

Josef K. wird befördert. In rasantem Tempo steigt er auf. Eben noch hatte er sich in seine Position als Prokurist in der Versicherungsabteilung eingewöhnt und sich in seinem Büro eingerichtet, da befördert man ihn in die Hauptverwaltung des Konzerns. Von dort geht es blitzschnell weiter in die Direktion. Herr K. weiß bald nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Vor allem aber weiß er nicht, warum man ihn in das so verantwortungsvolle Amt des Direktors eingesetzt hat. Die einzige Konstante in seinem Leben bildet bald nur noch sein Zimmer in der alten Pension, und seine heimliche Liebe zu Frau Bürstner. Auch die hat einen steilen Aufstieg hinter sich und ist ebenfalls zur Direktorin berufen worden. Aber anders als K. ist sie sich ihrer Aufgabe bewußt. Die Machtansprüche des riesigen Konzerns weiten sich immer weiter aus, bis er sogar auf der Regierungsebene alle Fäden in der Hand hält und über Krieg und Frieden entscheiden kann. Das Personal des Konzerns scheint dabei beliebig ausgetauscht zu werden, ganz nach den Fähigkeiten und der Kompromißlosigkeit des Ange­stellten. Einzig und allein Herr K. scheint unverzichtbar. Und bevor selbst er unter die Räder des Kapitalismus kommt, erfährt er auch den Grund: Er gibt der Firma sein Gesicht, das nach jahrelangem geflissentlichen Arbeiten zu einem Aushängeschild der Moral geworden ist.