Werner Fritsch
ES BRENNT ÜBERALL EIN SCHÖNES LICHT

Werner Fritsch

Monolog

1 Herr, 1 Dekoration

Synopse

Wenzel erzählt von seiner Zeit nach dem Krieg, als Knecht auf der Hechtmühle. Das erste Radio, das er erlebt, bringt ihn aus der Fassung. Dann kommen die ersten Fernsehgeräte auf, und Wenzel beschließt, sich ein eigenes Gerät zu kaufen. Damit die Nachrichtensprecherin fortan nur noch ihn ansieht. Mit dem eigenen Fernseher hat er allerdings nicht viel Glück: Cowboys und Indianer, die sich im »Wilden Westen« heftige Kämpfe liefern, zielen rücksichtslos auch auf Wenzel, der auf seinem Kanapee zu verzweifelten Ausweichmanövern gezwungen wird. Eines Tages wird es ihm zu bunt, und Wenzel kauft sich selbst eine Knallbüchse. Der Fernseher quittiert seinen Dienst. Doch Wenzel ist schnell an den Verschleiß der empfindlichen Geräte gewöhnt. Bei seinem vierten oder fünften Fernseher gibt es bereits einen Knopf, mit dem man in brenzligen Situationen den Kanal wechseln kann. Zu Wenzels Freude laufen nun auch Liebesfilme, in denen man das Liebchen küssen darf – vorausgesetzt, man ist schnell genug an der Bildröhre.

Mit großer sprachlicher Natürlichkeit erlebt man, eingesponnen in die Biographie des Knechts Wenzel, die technische Entwicklung, mit der und in der wir uns heute so selbstverständlich bewegen, aus der Perspektive eines Mannes, der noch die Elektrizität als eine mysteriöse Erfindung bestaunte.