Konstantin Küspert
europa verteidigen

Konstantin Küspert
© Max Zerrahn

NEU

2 Damen, 3 Herren, Besetzung variabel

UA: ETA Hoffmann Theater Bamberg
09.10.2016
Regie: Cilli Drexel

Synopse

Europa heißt das schöne Mädchen, das vom Göttervater Zeus aus dem Libanon über das Meer entführt und am Strand von Kreta brutal geschändet wird und der Aphrodite angesichts von Europas Hoffnungslosigkeit eine große Zukunft voraussagt: »Glaub an die Zukunft, an Sicherheit, an das Ende von Gewalt.« Konstantin Küspert vereint in europa verteidigen drei Erzählstränge: Mythologie, Monologe von Zeitgenossen im Hier und Jetzt sowie Schlaglichter kriegerischer Auseinandersetzungen und der Dämonisierung von Fremden aus der europäischen Historie vom Heiligen Römischen Reich bis zu einer nur leicht in die Zukunft projizierten Zeit, in der eine Militärflotte unter europäischer Flagge Flüchtlingsboote im Mittelmeer versenkt.

Fünf »Zeitgenossen« stehen bei Küspert auf der Bühne, sind Sprecher für unterschiedliche Positionen und Generationen: Heinrich, der als junger Mann einzogen wurde für den Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg, weiß genau, was er von der EU halten soll. Er, der 96jährige Greis, findet sie »großartig«: »sein sohn musste nicht töten, wurde nicht getötet, weil ein beispielloses multilaterales abkommen gegenseitige sicherheit und wohnstand in europa garantiert. Und heinrich träumt jetzt wieder oft vom krieg.« Die jüngeren Sprecher in Küsperts Stück dagegen sind sich ihrer Position nicht mehr ganz so sicher.

Küspert eröffnet im Wechselspiel zwischen seinen unterschiedlichen Erzählverfahren, die sich aus Dokumentarischem, aus historischem Material, der mythologischen Geschichtsschreibung speist, ein reizvolles Spiel: Er eröffnet einen gedanklichen Raum, umkreist die europäische Idee, formuliert Fragen angesichts einer Gegenwart, die Europa als Gemeinschaft auf den Prüfstand stellt.

 

Trailer zu »europa verteidigen« von Konstantin Küspert am ETA Hoffmann Theater Bamberg

 

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