Gaston Salvatore
Feuerland
Ein Drama in vier Akten
3 Herren, Mehrere Nebenrollen
UA: Burgtheater Wien
14.11.2008
Regie: Tina Lanik
Synopse
Mit der Beagle umsegelt Kapitän Robert FitzRoy 1831 die Welt im Dienste der englischen Kriegsmarine. Sein Auftrag ist die Vermessung des südamerikanischen Kontinents. Mit an Bord ist der junge Charles Darwin, voller Neugierde auf die unbekannte Welt. Auf dem Schiff befinden sich auch drei Ureinwohner Feuerlands, die der Kapitän zurück in ihre Heimat bringt, nachdem er sie auf seiner ersten Reise nach Südamerika entführt und in London »sozialisiert« hat. FitzRoy hat eine enge Beziehung zu den Ureinwohnern aufgebaut, er lehrt sie die zivilisatorischen Sitten und Bräuche. Darwin ist skeptisch: Er glaubt nicht an einen so schnellen Erfolg der Erziehung. In der Diskussion, die sich zwischen beiden entspinnt, klingen bereits die Grundlagen der Darwinschen Evolutionstheorie an. Jemmy Button, der vom Kapitän geschätzte Feuerländer, steht zwischen beiden als Anschauungsobjekt. Darwin ist ihm gegenüber zurückhaltender. Nachdem die Ureinwohner nach langer und gefährlicher Reise wieder in ihre Heimat entlassen werden, bestätigt sich Darwins Einschätzung. Die englische Kleidung weicht sofort der Nacktheit und der kriegerischen Körperbemalung. Als ein von den Engländern ausgesendeter Missionar massakriert wird, deutet alles auf Jemmy Button als Täter. Jetzt muß auch FitzRoy einsehen, daß seine Einschätzung falsch war: Zur Zivilisation ist es ein langer Weg.