Noah Haidle
Götterspeise

Noah Haidle
© Max Zerrahn

Originaltitel: Pineapple in Syrup

3 Damen, 3 Herren

UA: Nationaltheater Mannheim
20.01.2016
Regie: Zino Wey

Synopse

Es ist Constants erster Arbeitstag in der Schulkantine der amerikanischen Kleinstadt Grand Rapids. Hier ist sie einmal selbst zur Schule gegangen, hier findet sie nun ihre berufliche Erfüllung: Denn sie hat 800 hungrige Mäuler zu versorgen, und als exzellente Selfmade-Köchin, die sie ist, hat sie Großes vor bezüglich der Verfeinerung des Speiseplans. Ihre Liebe gilt den Schülern, namentlich Sylvia Bell, deren Sorgen sie erhört und der sie Trost spendet, wenn die unglücklich Verliebte einmal mehr in Lebensschmerz versinkt. Selbst die Lehrer merken, dass ein neuer Wind weht in der Kantine. Wer dem ungenießbaren Schulessen bisher mit mitgebrachtem Lunch entging, isst jetzt Constants Roastbeef in Rotweinsoße und Crème Brûlée. So auch Tom Collins, Mathematiklehrer und ehemaliger Mitschüler von Constant, den sie einst anhimmelte. Als der verheiratete Ehemann Constant allerdings schwängert, ihre Stelle aus Kostengründen gestrichen wird und man ihr schließlich ihr Kind wegnimmt, läuft Constant Amok.
»Mitgefühl ist der einzige Weg, wie die Welt noch zu retten ist«, dieses Credo begleitet Constant auf ihren weiteren Stationen, als Kellnerin im Flughafenimbiss, über die Psychiatrie bis zum Gefängnis, wo sie für Sterbehilfe die Todesstrafe erhält. Constants ungebrochene Liebe, ihr Idealismus und ihr bedingungsloser Gerechtigkeitssinn stoßen an die Grenzen eines Systems, in dem Nächstenliebe keine Bedeutung hat und niemand Verantwortung übernimmt für sein Tun.
Noah Haidle schickt in Götterspeise eine wunderbar eigenwillige Frauenfigur auf einen Passionsweg, der eine ungewöhnlich deutliche Kritik am amerikanischen Traum beschreibt.

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