Jörn Klare
Höhenrausch

Jörn Klare
© Max Zerrahn

1 Herr

UA: Staatstheater Nürnberg
07.10.2017
Regie: Julia Prechsl

Synopse

Ein Bergsteiger erreicht in Rekordzeit den Gipfel seines vierzehnten und somit letzten Achttausenders. Es ist das ultimative Ziel und der Höhepunkt einer so einzigartigen wie rücksichtlosen Karriere. Routiniert kramt er die zu fotografierenden Werbebanner hervor und erledigt das zur weltweiten Vermarktung gehörende Prozedere – »Das Netz dreht durch …«. Dabei ist der Funkkontakt zu seinen Unterstützern im Basislager gestört. Während er ihre Informationen und Hinweise hören kann, dringt seine Stimme nicht zu ihnen durch. Das gilt auch für den entscheidenden Entschluss: »Ich steige nicht ab.« Im Bewusstsein, dass er in der »Todeszone« nicht lange überleben kann, jagt er (angesichts eines herannahenden Unwetters) durch die Erinnerungen seines Lebens: Die bedrückende Kindheit als Außenseiter, die Berge als Fluchtpunkt, die schuldbeladenen Erinnerungen an den tödlichen Absturz seines einzigen Freundes. Schließlich erreicht ihn noch einmal die Stimme der Frau, deren Liebe ihn hätte retten können.

Der Dramatiker, Sachbuchautor, Journalist und Gelegenheitsbergsteiger Jörn Klare – der sich am 6962 Meter hohen Aconcagua schwere Erfrierungen zugezogen hat – entwirft in diesem dichten, ungemein bildstarken Monolog (mit weiteren Stimmen) das faszinierende Porträt eines Grenzgängers, der auf dem sprichwörtlichen Gipfel seines Erfolgs das ewig treibende »weiter, weiter, weiter« verweigert.

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