Verlag der Weltreligionen  


Der Verlag der Weltreligionen versteht sich als Verlag für die Edition der grundlegenden Schriften der Religionen der Welt und als Publikationsforum für die Darstellung und Diskussion religiöser Phänomene und Entwicklungen in Geschichte und Gegenwart. Sein Gegenstand sind die Religionen der Welt in ihrer gesamten Vielfalt, sowohl die heutigen als auch die historischen.
 

 

Einführung

Der Verlag der Weltreligionen, 2007 gegründet und gefördert durch die Udo Keller Stiftung Forum Humanum, versteht sich als Verlag für die Edition der grundlegenden Schriften der Religionen der Welt und als Publikationsforum für die Darstellung und Diskussion religiöser Phänomene und Entwicklungen in Geschichte und Gegenwart. Sein Gegenstand sind die Religionen der Welt in ihrer gesamten Vielfalt, sowohl die heutigen als auch die historischen.
»Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der Religion sein, oder es wird nicht sein«, prophezeite André Malraux. Das vergangene Jahrhundert hat Gott abgesetzt und die Profanisierung der Lebenswelt auf ihren Höhepunkt getrieben, nun scheint sich Malraux’ Prognose zu bewahrheiten. Existenz und Zukunftsängste sowie das Bedürfnis nach Orientierung führen zur Renaissance religiöser Überzeugungen und Glaubensformen. Religiöse Sujets spielen nicht nur in der Literatur, der bildenden Kunst, in Theater, Film und Fernsehen wieder eine Rolle. Die Erkenntnisse der Naturwissenschaften, insbesondere der Biowissenschaft und Genforschung, werden von Diskussionen über den Schöpfungscharakter der Natur und die ethischen Fragen nach dem Anfang und dem Ende von Leben begleitet. Zunehmend bestimmen religiöse Deutungsmuster auch politische und soziale Auseinandersetzungen. Noch nie waren die Chancen einer Begegnung der Weltreligionen so groß wie in unserer heutigen, globalisierten Welt; gleichzeitig wachsen die Bedrohungen durch religiösen Fanatismus und Fundamentalismus stetig. Mit seinen Publikationen will der Verlag der Weltreligionen einen Beitrag leisten zum Frieden, zur Verständigung zwischen den Völkern, zur gegenseitigen Achtung, zum Erkennen der Unterschiede ebenso wie der Übereinstimmungen und des gemeinsamen Ursprungs.
Der Verlag der Weltreligionen wird die religionsgeschichtlichen Quellenwerke und Darstellungen der Religionen der Welt zum erstenmal in umfassender Weise in deutschen Übersetzungen zugänglich machen. Viele wirkungsgeschichtlich bedeutsame Texte sind auf deutsch in neueren Ausgaben überhaupt nicht oder nur in schmalen Auszügen greifbar, andere sind nur in unzureichenden (Teil-)Übersetzungen vorhanden. Erst die Kenntnis der Originalquellen aber ermöglicht die angemessene Beurteilung religionsgeschichtlicher Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart. Die Religionsschriften werden daher in zuverlässigen neuen Übersetzungen vorgelegt: die großen Bücher des Vedischen Brahmanismus, des Hinduismus, des Jainismus und des Buddhismus, des Konfuzianismus und Daoismus, des Judentums, Christentums und des Islam. Geplant sind in der Regel vollständige Ausgaben; in manchen Fällen wird nur eine Auswahl aus umfangreichen Quellensammlungen realisierbar sein.
Die Texte werden von umfassenden Kommentaren begleitet, die in die jeweiligen Religionsschriften einführen, sowie über Entstehung, Überlieferung, Wirkung informieren und die theologische, soziale, politische wie die interreligiöse Bedeutung der Schriften erörtern, mit dem Ziel, einen Dialog zwischen den Religionen anzuregen.
Ergänzt werden die Editionen der religiösen Schriften durch Ausgaben religions- und theologiegeschichtlich bedeutender Werke, von der Spätantike bis zu den jüngsten soziologischen, psychologischen und medientheoretischen Ansätzen der modernen Religionstheorie. Weitere Programmbestandteile sind Einführungen in Religionen und in größere Themenkomplexe sowie Essaybände, Studien und Monographien zu aktuellen und historischen Religionsphänomenen.

Der Schwerpunkt des Programms liegt auf den lebenden Religionen. Dabei werden neben Judentum und Christentum sowie den klassischen und in Europa wirksamen nicht-europäischen Religionen auch neue afrikanische und amerikanische ebenso wie neuere Religionsbildungen in Japan, China, Korea und Indien berücksichtigt.
In den Verlagen Suhrkamp, Insel, Jüdischer Verlag und Deutscher Klassiker Verlag sind von Beginn an Bücher zur Religion erschienen. Die Tradition religionshistorischer Editionen reicht bis in die ersten Jahre des Insel Verlags zurück und umfaßt mehr als ein ganzes Jahrhundert; im Deutschen Klassiker Verlag sind religionsgeschichtliche Quellenwerke und theologiegeschichtliche Editionen erschienen; das Programm des Jüdischen Verlags enthält große Quellensammlungen sowie Nachschlagewerke, Essays und Einzeldarstellungen zum Judentum; im Suhrkamp Verlag liegen zahlreiche Einzel- und Sammelausgaben, Monographien, Studiensammlungen und historische Gesamtdarstellungen sowie religionsphilosophische und religionssoziologische Werke vor.
Die hier erschienenen Bücher sollen sukzessive in den Verlag der Weltreligionen überführt und mit aktuellen Nachworten, Kommentaren und Bibliographien ausgestattet werden.

Stimmen zum Verlag der Weltreligionen


"(Focus: Herr Sloterdijk, was halten Sie von dem Suhrkamp-Projekt, einen Verlag der Weltreligionen zu gründen?)
Sloterdijk: Hier wird ein mutiger Eingriff in die Zeitgeistverhältnisse versucht. Ich halte das für die einzige verlegerische Großtat dieses Herbstes, ja dieses Jahrzehnts. Der enzyklopädische Anspruch, die Basistexte spiritueller Kulturen des ganzen Planeten zu versammeln, stellt endlich die Vergleichbarkeit der vielfältigen Überlieferungen für ein interessiertes Publikum her. (...) Wenn die Sammlung komplett vorliegt, haben wir so etwas wie die Olympischen Spiele des Glaubens: Die Teilnehmer hieran zivilisieren sich gegenseitig durch den Vergleich." Peter Sloterdijk, Focus , 8.10.2007

"Keine Frage: Mit der Gründung des Verlags der Weltreligionen legt das Mutterhaus, der Suhrkamp-Verlag, das wohl ehrgeizigste wie sachhaltigste Projekt zumindest im 21. Jahrhundert auf. Nichts Vergleichbares findet sich auf dem Buchmarkt." Focus , 8.10.2007

"Was ich mir wünsche und immer seltener zu sehen bekomme, ist hier Wirklichkeit geworden. ... Bei Suhrkamp, bei Insel und dem Jüdischen Verlag sind etliche Werke erschienen, die wie für den neuen Verlag geschaffen sind. ... Ich habe die Reihe schon jetzt liebgewonnen, sie flößt mir Vertrauen ein, und es will mir scheinen, als könne ich ihr über Jahre die Treue halten." Sibylle Lewitscharoff, Die Welt

 

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