© Susanne Schleyer |
Ich hoffe, Du bist wieder im Schreiben. Es ist das einzige, was einen retten kann, hör nicht auf. Christa Wolf
Zum Tod von Christa WolfDer Suhrkamp Verlag trauert um Christa Wolf.
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Müßte ich jetzt nicht eine große Schleife fliegen? sagte ich. Christa Wolf: Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud |
Kondolenzen
Bundespräsident Christian Wulff:
»Unser Land trauert um Christa Wolf. Ihre Literatur hat die Menschen in unserem Land bewegt und begeistert und zum Nachdenken gebracht. In ihrer Literatur fanden sich die großen Hoffnungen und Irrtümer, die Ängste und Sehnsüchte ganzer Generationen. Für sehr viele Leserinnen und Leser war Christa Wolf mehr als eine Schriftstellerin. Sie hat auf fast altmodische und doch immer aktuelle Weise an das Gute geglaubt und an die Verbesserungsfähigkeit des Menschen.«
PEN-Präsident Johano Strasser:
»Ich glaube, es wird eine solche Stimme wie die von Christa Wolf nicht mehr geben. Eine Frau, die gesamtdeutsch und darüber hinaus in Kategorien der Weltliteratur dachte, aber so eindeutig geprägt war durch die Gesellschaft der DDR, und die immer aus ihrer Herkunft, aus all ihrer lokalen Vernetzung heraus, die großen Themen angesprochen hat.«
Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck:
»Mit Christa Wolf ist eine der wirkungsmächtigsten deutschen Schriftstellerinnen gestorben. Kaum eine andere Autorin der letzten Jahrzehnte konnte für sich in Anspruch nehmen, als moralische Instanz der DDR-Leserschaft und zugleich als Identifikationsfigur einer großen Zahl westdeutscher Leserinnen und Leser zu gelten.«
Verlegerin der Verlage Suhrkamp und Insel, Ulla Unseld-Berkéwicz:
»Um die ›Suche nach dem wirklichen Blau‹, darum nur ist es Dir gegangen hier. Und hast Du so ein Stückchen gefunden, so hast Dus uns gesagt, Du hast es aufgeschrieben. Wir können es weiterlesen. Aber wer denn gibt uns fortan die Gewißheit, eine sucht und sagt uns, wenn sie findet, und wenn sie nicht findet, dann sagt sies uns auch?«
Kondolenzen internationaler Verlage »
Danke Christa
Vielen Dank für Ihre Arbeiten.
Die zweite Begegnung verließ ich glücklich, - mit der Bestätigung in der Seele: Es ist alles ganz anders; Ich bin inzwischen so anders. Und einem See voller Menschlichkeit.
Haben Sie Dank, Christa Wolf!
Leben Sie wohl!
Tot ist nur, wer vergessen ist. Christa Wolf lebt!
ich unterrichte Deutsche Literatur an der Staatlichen Universität in Asuncion/Paraguay, seit 22 Jahren, und wollte Ihnen mitteilen, dass wir Sie jedes Jahr gelesen und diskutiert haben; ob ¨Nachdenken über Christa T¨, ¨Kassandra¨, ¨Der geteilte Himmel¨, ¨Kein Ort. Nirgends¨ oder -immer wieder- ¨Selbstversuch¨.
Die Mehrheit meiner Studenten sind Frauen -sie wollen Dozentinnen oder Übersetzerinnen werden-, wie auch die meisten rührenden Kondolenzen -nicht alle- von Frauen stammen.
Ich glaube, sie können stolz sein, auf Ihr Leben, auf Ihr Werk und auf Ihre Leser/innen; diese, lieben Sie, vermissen Sie und verehren Sie.
Denken Sie weiter nach, da wo Sie jetzt sind; wir werden es hier weiter machen.
Leben Sie wohl!
Anna Mercedes Hempel (Paraguay)
im brunnen vor dem tore
da wollte ich nicht schweigen
allein in mein gewölk gehüllt
das glas kaum zu erreichen da
hustete ich lieder preßte blüten
auf des jenseits rohem speisetisch
im brunnen vor dem tore
verschmachten stämmige beine
lindenzweige aus den gelenken
gerissen da sing ich schädelunter
an den fliehenden klumpen erde
gekrallt: hier findst du keine ruh!
Bleibt uns ein weiteres Nachdenken über Christa W.
Danke dafür.
Ich hatte so gehofft, daß sie noch bis zum Nobelpreis durchhält. Aller Wendehäme zum Trotz, haben sich viele ihrer Befürchtungen, auch was den rechten Terror angeht, bewahrheit. Daß frau eine poetische und politische Schriftstellerin sein kann, die sich rigoros mit Gewalt und Schmerz, mit dem Patriarchat aber auch der eigenen Zerrissenheit auseinandersetzt, habe ich von Christa Wolf gelernt. Ich weine um sie, ich weine.
Ich bin sicher eine kritische Leserin,sehe aber schon seit Jahrzehnten das Problem,daß sich nicht mal in sog. Demokratien die Menschen so verhalten,wie es oft von denen verlangt wird,die in schwierigen Situationen trotzalledem Wege suchen.
Diese Wege hat sie gefunden,beschritten,beschrieben und viele mitgehen lassen - auch im Sinne von Mahatma Gandhi:
"Sei Du selbst die Veränderung,die du dir für diese Welt wünschst"



