Esther Kinsky

Esther Kinsky
© Heike Steinweg

Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen geboren und lebt in Berlin. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen aus dem Polnische, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays und Erzählprosa, wurde sie vielfach ausgezeichnet.

Preise

Preis der Leipziger Buchmesse 2018

15.03.2018

Esther Kinsky ist für ihren Geländeroman Hain mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2018 in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet worden.
Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis wird seit 2005 zum Auftakt der Leipziger Buchmesse vergeben und ehrt herausragende Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

Internationaler Hermann-Hesse-Preis 2018

07.03.2018

Joanna Bator und ihre Übersetzerin Esther Kinsky werden mit dem Internationalen Hermann-Hesse-Preis 2018 ausgezeichnet. Kinsky übersetzte Bators Romane Sandberg und Wolkenfern aus dem Polnischen. »Die europäische Thematik der Romane, die Absage an kulturelle und nationale Eindeutigkeiten, die oft verblüffende Verbindung tragischer Ereignisse mit komischen Episoden sowie die nostalgisch-ironische, spielerische und vor allem poetische Sprache, die in Esther Kinskys Übersetzung einen eigenständigen Sprachkosmos bildet«, bewogen die Jury zur Auszeichnung.

Der Internationale Hermann-Hesse-Preis wird alle zwei Jahre verliehen, würdigt »eine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung« und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Düsseldorfer Literaturpreis 2018

13.02.2018

Esther Kinsky erhält den Düsseldorfer Literaturpreis 2018, der durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf vergeben wird und mit 20.000 Euro dotiert ist.

Hubert Winkels, Mitglied der Jury, begründet die Wahl so:

»Geländeroman steht unter dem Titel von Esther Kinskys herausragendem Roman Hain. Gelände meint ungenaue Landschaft. Alles ist ferngerückt und leicht verwaschen, das Nahe ebenso wie das real Entfernte. Glanzloser ist noch keine Landschaft ausgebreitet, glanzloser noch kein Roman gemalt worden. Trauer muss die Erde tragen, und voll Trauer gesellt sich die namenlose Erzählerin den spröden Erscheinungen des italienischen Winters.  Sie reist allein. Ihr Mann, mit dem sie gerne reiste, ist kürzlich gestorben. Die Trauer entindividualisiert, trägt den Einzelnen ein in eine größere Ordnung, macht ihn zum Teil einer Allegorie. Esther Kinsky bewegt sich erzählend auf dem schmalen Grat zwischen Vereinzelung und Symbolik. Auf diese Weise gerät sie auf der individuellen Seite nie ins Sentimentale und auf der bildhaften Seite nicht ins Pathetische. Langsam, fast schwerflüssig ist die Bewegung im Roman, doch äußerst beweglich die Sprache, die diese Bewegungen erzeugt, in ihrer tonalen Heruntergestimmtheit fast ohne Übergang wechselnd von den konkreten Landschaften zum Sinnbild. So entwickeln sich geisterhafte Anwesenheiten. In einem vergessenen Fach einer alten Fototasche findet die Erzählerin ein altes Filmnegativ und erkennt darauf die Umrisse ihres Mannes.  Technische Medien und große Kunst sind Totenbeschwörungen. Auch Hain ist eine Totenbeschwörung, ein literarisches Requiem, eine Winterreise zu den Toten. Tief traurig und dunkel schön. Der Roman ist meisterlich und herzerhebend und ohne jede Absicht spendet er Trost.«

Der Düsseldorfer Literaturpreis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren deutschsprachiges literarisches Werk inhaltlich oder formal Bezug auf andere Künste nimmt.

Karl-Dedecius-Preis 2011

20.05.2011

Die Robert Bosch Stiftung vergibt gemeinsam mit dem Deutschen Polen-Institut (DPI) den »Karl-Dedecius-Preis« für exzellente polnische und deutsche Übersetzer. Dieses Jahr wird Esther Kinsky für ihre herausragenden Übersetzungen sowie ihre Vermittlungsarbeit zwischen den Nachbarländern geehrt. Das Preisgeld ist mit 10.000 Euro dotiert.

Paul-Celan-Preis 2009

Der vom Deutschen Literaturfonds jährlich vergebene Paul-Celan-Preis für herausragende Übersetzungen ins Deutsche geht in diesem Jahr an Esther Kinksy. Die Jury ehrt die 1956 im nordrhein-westfälischen Engelskirchen geborene und heute in Berlin und Ungarn lebende Übersetzerin für ihr Gesamtwerk. Zu ihren im Suhrkamp Verlag erschienenen Übersetzungen gehören »Gottland« von Mariusz Szczygiel sowie »Vorhut« von Zygmunt Haupt. Die Preisverleihung findet am 15. Oktober 2009 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.