Ralf Rothmann

Ralf Rothmann
© Heike Steinweg

Ralf Rothmann wurde am 10. Mai 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Er lebt seit 1976 in Berlin.

Preise

HWA Sharpe Books Gold Crown (Shortlist) 2018

04.09.2018

Ralf Rothmann steht mit seinem  Im Frühling sterben auf der Shortlist für den Sharpe Books Gold Crown Preis 2018, der im November 2018 von der britischen Historical Writer’s Association verliehen wird.

Uwe-Johnson-Preis 2018

20.07.2018

Der in Berlin lebende Schriftsteller Ralf Rothmann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preis 2018 für seinen Roman Der Gott jenes Sommers.

In der Begründung der Jury heißt es: »Mit ihrem Votum für Der Gott jenes Sommers verleihen die Stifter den Uwe-Johnson-Preis 2018 an einen Autor, in dessen Gesamtwerk die unbestechliche Erinnerungsarbeit eine zentrale Rolle spielt. In seinem neuen Roman zeigt Ralf Rothmann aus der Sicht eines dreizehnjährigen Mädchens, dass Krieg nicht allein Tod und Verletzung, Entbehrung und Angst oder die Sorge um die Angehörigen bedeuten. Es geht ihm nicht nur um die Darstellung der äußeren Gewalt. Rothmann beschreibt eindrucksvoll, wie der Krieg die Seele angreift und die ›ethische Sicherheit‹ des einzelnen bedroht. Der Gott jenes Sommers ist geprägt von einer Schreibweise, in der die präzise Darstellung des tagtäglichen Lebens vordringt zu einem minutiösen Abwägen zwischen Freiheit und Zwang, zwischen Widerstand und Resignation, Erlaubtem und Verbrechen – und deren Zwischenstufen. Indem der Autor in seinen Roman Erzählstücke hineinwebt, die im Dreißigjährigen Krieg angesiedelt sind, stellt er eine Verbindung der Zeiten her und wirft die existenzielle Frage auf, ob der Mensch aus den Kriegen ›gelernt‹ hat. Die außergewöhnliche Fülle an Details und die Art der Darstellung lassen uns staunend erfahren, wie das letzte Kriegsjahr und der Sommer 1945, die still und leise aus den Berichten von Zeitzeugen zu verschwinden drohen, durch das literarische Erinnern erneut wichtig werden für die Gegenwart. Ralf Rothmanns Kunst besteht darin, dem Individuum Rechnung zu tragen und es zugleich in den gesellschaftlichen Zeitläuften zu verorten, in die es – oft gegen seinen Willen – hineingezogen wird. Das impliziert neben dem Realismus des Erzählens, wie bei Uwe Johnson, die Wort für Wort artikulierte Hoffnung: Das private und allgemeine Verhängnis dürfen nicht das letzte Wort behalten.«

Der Uwe-Johnson-Preis fördert deutschsprachige Autorinnen und Autoren, in deren Schaffen sich Bezugspunkte zu Johnsons Poetik finden und die heute mit ihren Texten ebenso unbestechlich und jenseits der ›einfachen Wahrheiten‹ deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reflektieren.

Premio San Clemente 2017

13.11.2017

Ralf Rothmann erhält für seinen Roman Im Frühling sterben den Premio San Clemente in der Kategorie Internationaler Roman.

Gerty-Spies-Literaturpreis 2017

18.08.2017

Ralf Rothmann erhält den Gerty-Spies-Literaturpreis 2017. Die Auszeichnung wird jährlich von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

In der Begründung der Jury heißt es: »Rothmann spürt die existenziellen Ängste und Nöte seiner Protagonisten auf und beschreibt sie mit Empathie und Wärme, zuweilen mit einem Hauch Ironie. Seine Romane sind lebhaft, facettenreich und sicher durchkomponiert. Beim Schreiben nimmt er auch Naturmystik, Bibelzitate und Kitsch auf. Gleichzeitig gibt seine mitunter derbe Sprache Abstand und bewahrt seine Milieustudien davor, anbiedernd zu werden. Was ihn auszeichnet, ist die Fähigkeit, Erfahrungen der Wirklichkeit eindrucksvoll in Sprache zu übersetzen. Er sagte einmal: ›Ich erfinde nichts. Worüber ich schreibe, das habe ich irgendwie erfahren.‹«

Kleist-Preis 2017

18.04.2017

Ralf Rothmann erhält den mit 20.000 Euro dotierten Kleist-Preis 2017. In der Begründung der Jury heißt es: »Rothmanns Literatur ist geprägt von autobiographischen Erfahrungen, sie kommt aus der Arbeiterschaft, aus dem Kiez, sie ist meisterhaft in ihren lakonischen Alltagsschilderungen und folgt einer Ästhetik des Humanen aus genuin christlicher Verantwortung. Exemplarisch bezeugen das Romane wie Milch und Kohle (2000), Junges Licht  (2004), Feuer brennt nicht (2009) sowie zuletzt Im Frühling sterben (2015), dessen eindringliche Kriegsschilderung die Rezensentin der NZZ, Beatrice von Matt, an Bilder Goyas und an Kleists Poetologie der Unausweichlichkeit erinnerte.«

Stefan Andres Literaturpreis 2016

13.10.2016

Ralf Rothmann erhält den Stefan Andres Literaturpreis 2016. Der von der Münchner Familie des Schriftstellers Stefan Andres gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Premio Strega Europeo (Shortlist) 2016

03.06.2016

Ralf Rothman steht mit seinem Roman Im Frühling sterben auf der Shortlist für den Premio Strega Europeo 2016. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und soll die Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit der europäischen Gegenwartsliteratur sichtbar machen und fördern.

Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken 2014

20.10.2014

Ralf Rothmann wird mit dem Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche für herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen. Mit ihr verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Die Anti-Helden Rothmanns ließen sich »in ihrer stillen Authentizität nicht verbiegen; sie bleiben sich und ihrer Sehnsucht nach Lebensfülle treu, einer Sehnsucht, die man getrost metaphysisch nennen darf«, so die Jury. Der Kunst- und Kulturpreis wird seit 1990 alle zwei bis vier Jahre abwechselnd in den Bereichen Literatur, Architektur, Musik, Film, Bildende Kunst und Theater verliehen; 2014 erfolgt die achte Vergabe. Unter den bisherigen Preisträgern waren außerdem Gerhard Richter, Tankred Dorst und Ursula Ehler-Dorst. Der zuletzt von Ralf Rothmann im Suhrkamp Verlag erschienene Titel ist Shakespeares Hühner.

Friedrich-Hölderlin-Preis 2013

14.02.2013

Ralf Rothmann erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis 2013 der Stadt Bad Homburg vor der Höhe.
»Stets luzide, nie aber rechthaberisch richtet sich sein Blick auf uns und unseren prekären Alltag«, würdigte die Jury das Werk Rothmanns.
Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird seit 1983 jährlich von der Stadt Bad Homburg gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen vergeben. Zu den Geehrten gehören unter anderen Peter Härtling, Sarah Kirsch, Hilde Domin, Martin Walser und Durs Grünbein. Im vergangenen Jahr wurde der Schweizer Schriftsteller Klaus Merz ausgezeichnet.
Der Literaturpreis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2010

02.02.2010

Den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen erhält der Schriftsteller Ralf Rothmann. Er verfüge über die Gabe, in seinen Figuren Einsichten in strukturelle Änderungen unserer globalisierten Lebens- und Arbeitswelt aufblitzen zu lasssen. Mit einer Dotierung von 20.000 Euro zählt die Aachener Auszeichung zu den höchst dotierten Preisen Deutschlands.

Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2008

08.11.2008

Ralf Rothmann wird für sein Gesamtwerk mit dem Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2008 ausgezeichnet. Ín der Begründung der Jury heißt es: »Aus Ralf Rothmanns Romanen und Erzählungen springt einen die Wirklichkeit an und läßt einen nicht mehr los. Ralf Rothmann erzählt nicht über Dinge, sondern es sind die Dinge selbst, die in uns eindringen bei der Lektüre. Er erhebt sich nicht über seine Figuren, er hält sich nicht für schlauer als sie und geht zugleich von einem Leser aus, der ebenso klug ist wie er selbst.«
Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2008

15.05.2008

Ralf Rothmann wird der Literaturpreis 2008 der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen. »Ralf Rothmann«, so die Jury, »hat alles, was ein Romanautor besitzen muss, auf unspektakuläre Weise: ein kompositorisches Talent, mit dem er große Stoffmassen bewältigt; eine Sprache mit Zugängen zur Poesie an Orten, wo sonst keiner Poetisches vermutet; ein ausgezeichnetes mimetisches Vergnügen an Dialog und Milieuschilderung; ein seismographisches Gedächtnis für die Erinnerungslandschaften der westdeutschen Industriestädte; eine Empathie für die Figuren dieser Welt; eine erstaunliche Neutralität, die dennoch das beteiligte Herz des Erzählers spüren lässt.«
Erik Reger Preis 2007

08.05.2007

Ralf Rothmann erhält  den von der  Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz gestifteten Erik Reger Preis 2007. Seit 1999 wird die Auszeichnung alle zwei Jahre an deutschsprachige Schriftsteller und Journalisten vergeben, um herausragende Arbeiten zum Thema moderner Lebens- und Arbeitswelten zu würdigen.

Max-Frisch-Preis 2006

07.09.2006

Der Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich ist mit 33.000 Euro dotiert. Die Jury würdigt u.a. die Besonderheit der scharfsinnigen Erzählweise des Autors.

Heinrich-Böll-Preis 2005

02.12.2005

Die Jury würdigt mit der Auszeichnung »einen Autor, der mit Romanen, Erzählungen und Gedichten seit über 20 Jahren wie kein anderer seiner Generation Poesie und Realismus, Erinnerungen und Gegenwart miteinander verbindet.«
Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Weitere Informationen

 

Rheingau Literatur Preis 2004
Wilhelm Raabe Literaturpreis 2004
Evangelischer Buchpreis 2003
Kranichsteiner Literaturpreis 2002
Hermann-Lenz-Preis 2001
Poet in Residence 2001

Oberlin College, Ohio

New York University

Universität Essen

Literaturpreis für das Ruhrgebiet 1996
19. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim 1992
Mara-Cassens-Preis 1992

Für seinen ersten Roman erhält Ralf Rothmann den Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg.

Förderpreis des Bundesverbandes der Industrie 1989
Märkischer Kulturpreis 1986