Uwe Johnson

Uwe Johnson
© Michael Bengel

Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde . Reifeprüfung 1953. Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. ...

Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953. Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob. Von 1966 – 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste ›Lieferung‹ erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter einer Schreibblockade zu leiden, weshalb der letzte Teil der Jahrestage erst 1983 erscheinen konnte. 1979 war Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erschienen seine Vorlesungen unter dem Titel Begleitumstände. Sein Nachlass befindet sich im Uwe Johnson-Archiv an der Universität Rostock.

Preise

Kurt-und-Helen-Wolff-Übersetzerpreis 2019

Für die englischsprachige Übersetzung von Uwe Johnsons Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl (Anniversaries: From a Year in the Life of Gesine Cresspahl) erhält Damion Searls den Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis 2019. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Preis wird jährlich an herausragende Literaturübersetzungen vom Deutschen ins Englische vergeben und vom US-amerikanischen Goethe Institut organisiert. Finanziert wird er durch die deutsche Bundesregierung.

In der Begründung der Jury, die den mehrbändigen Roman Jahrestage als »eine gewaltige Übersetzungsherausforderung« bezeichnete, heißt es unter anderem: »Searls’ Übersetzung dieses Monumentalwerks – das mit den Schriften von Joyce, Faulkner und Balzac verglichen wurde – ist die erste vollständige Ausgabe des Romans auf Englisch. Seine facettenreiche Übersetzung fängt den schwindelerregenden Wirbel der Ereignisse ein, vom Alltäglichen bis zum Weltbewegenden, mit akribischer, akustisch faszinierender Prosa und sorgt auf fast 1.700 Seiten für fesselnde Lektüre.«

Damion Searls übersetzte unter anderem Marcel Proust, Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche, Robert Walser, Ingeborg Bachmann, Alfred Döblin und Elfriede Jelinek. Als Autor verfasste er The Inkblots über Hermann Rorschach und den Rorschachtest.

Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln 1983

Uwe Johnson erhält 1983 den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln.

Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck 1978

Uwe Johnsons erhält den Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck 1978.

Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig 1975

Uwe Johnson erhält den Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig für seinen mehrbändigen Roman Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl.

Georg-Büchner-Preis 1971

Uwe Johnsons erhält den Georg-Büchner-Preis 1971 für » ... die strenge Kunst seines epischen Werkes, worin er gegenwärtige Menschenwelt mit ernster Wahrhaftigkeit dargestellt hat.«