Marente de Moor
Amsterdam und zurück - Roman

Aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert
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A: 23,60 €
CH: 32,90 sFr

Erschienen: 20.09.2010
Gebunden, 284 Seiten
ISBN: 978-3-518-42184-0

Inhalt

Es ist ein ganzer Haufen Russen, den es zu Beginn der Neunziger in Amsterdam an Land gespült hat. Die Sowjetunion gibt es nicht mehr, die Grenzen sind durchlässiger geworden, aber Heimweh ist trotzdem ein Thema für diese Jungs, denen Puschkin-Büsten und Salzgurken inneren Halt geben, die ihre Tage auf dem pittoresken Rembrandtplein verbringen, wo sie Aquarelle an die Touristen verscherbeln, und ihre Nächte dem Studium des Wodkas widmen. Witali Kirillow ist einer von ihnen, der Mann mit den meergrünen Augen. Längst ist sein Visum abgelaufen, seit dem Tag, an dem er »illegal« wurde, fährt er vorsichtshalber in der Straßenbahn nicht mehr schwarz.

Doch das ist nicht das einzige Delikt in Witalis Leben. Acht Jahre zuvor, als Offizier an der sowjetisch-finnischen Grenze, hinderte er einen Kameraden nicht daran, sich in den Westen abzusetzen. Von der Familie gutmütig als »das größte Loch im eisernen Vorhang« verspottet, wurde er von der Armee hart bestraft. Seitdem läßt der Gedanke an den Flüchtling Witali nicht mehr los. Und schließlich, unterstützt von der rasant-energischen Jessie, macht er sich auf, um herauszufinden, was aus ihm geworden ist.

Nur zwei, drei Pinselstriche braucht Marente de Moor, um in ihrem Debütroman die unterschiedlichsten Viertel Amsterdams lebendig werden zu lassen und vor allem die russische Szene der Stadt zu porträtieren: lauter Charakterköpfe, die – hochsympathisch und besorgniserregend tiefgründig – ganz nebenbei verhandeln, was Grenze, was Identität, was Heimat bedeutet.

 

Im Original erschienen unter dem Titel De overtreder (OT) (Querido, Amsterdam).

Pressestimmen

»Marente de Moor … porträtiert in kenntnisreichen Nahaufnahmen eine verschrobene und hoffnungslose Emigranten-Szene. Sie erzählt mit unaufdringlichem Witz und einer Lakonie, die ein wenig an Wladimir Kaminer erinnert. Immer ist sie nahe an ihrem Protagonisten, dessen Betrachtungen sie manchmal ganz unerwartet in Bilder von einer fast widerwillig wirkenden Poesie münden lässt.«
Cornelia Fiedler, Süddeutsche Zeitung
»Man merkt der ... Autorin, die mit einem Russen verheiratet ist und als Korrespondentin in St. Petersburg gelebt hat, die genaue Kenntnis beider Kulturkreise an. Sie schildert die Isolation des russischen Mikrokosmos' mit viel Wärme, aber auch Ironie. Dort tummeln sich schräge Figuren. Sie alle sind entwurzelte Bohèmiens, sonderbare Fremdlinge, die ihr kleines Glück suchen.«
Peter Mohr, Hessische/Niedersächsische Allgemeine

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