Omer Bartov
Anatomie eines Genozids - Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz

Aus dem amerikanischen Englisch von Anselm Bühling Mit Abbildungen
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Erschienen: 29.03.2021
Gebunden, 486 Seiten
ISBN: 978-3-633-54309-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Buczacz war jahrhundertelang eine vielsprachige Kleinstadt in einer osteuropäischen Grenzregion. Als die polnischen und ukrainischen Nationalbewegungen sich gegen die imperiale Macht auflehnten, geriet eine Gruppe zwischen alle Fronten: die Juden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zu den Leidtragenden einer gescheiterten Minderheitenpolitik. 

1942/1943 richteten sich die Angehörigen der deutschen Besatzungsmacht mit ihren Familien in der Stadt ein. Angestellte der Firma Ackermann, die bei Brückenarbeiten die Erschießung jüdischer Zwangsarbeiter mitansehen. Oder eine Frau wie Berta Herzig, die ein jüdisches Kindermädchen beschäftigt und sich mit Henriette Lissberg, der Frau des Landkommissars, die Friseurin teilt. Ungerührt genießen sie die idyllische Provinz. Etwa 10 000 Juden wurden damals in Buczacz umgebracht – vor aller Augen. 

Ausgehend von einem Gespräch mit der Mutter in Tel Aviv kurz vor ihrem Tod, beginnt Bartov seine Recherchen, die ihn durch unzählige Archive führen. Seine glänzend geschriebene Mikrogeschichte der ostgalizischen Stadt ist ein Meilenstein der Holocaust-Forschung.
Im Original erschienen unter dem Titel Anatomy of a Genocide: The Life and Death of a town called Buczacz (Simon & Schuster).

Pressestimmen

»Das Buch ist gut komponiert und flüssig geschrieben, es stützt sich auf Umsicht scharfe Analyse.«
Jörg Später, taz. die tageszeitung
»Eindringlich erzählt der Historiker Omer Bartov über den Alltag des Terrors in Ostgalizien.«
Matthias Arning, Frankfurter Rundschau
»Bartov hat der Stadt Buczacz und ihrer jahrhundertalten jüdischen Gemeinde seinem Buch in der Tat ein Schriftdenkmal gesetzt, ... das so eindrucksvoll wie beklemmend an eine von Deutschen innerhalb weniger Monate fast vollständig ausgelöschte einst lebendige Gemeinschaft erinnert.«
René Schlott, Süddeutsche Zeitung
»... [Es gelingt] Bartov, nah an Menschen heranzukommen, die längst tot sind - an Opfer wie Täter und an die, die beides waren. Er zeigt, wozu unsere Spezies fähig ist. Und wie dennoch auch im größten Grauen Menschlichkeit überlebt.«
NZZ Geschichte
»Bartovs Anatomie eines Genozids bezieht seine Wucht aus der multiperspektivischen Schilderung ...«
Stefan Winkler, Kleine Zeitung Graz
»Seine glänzend geschriebene Mikrogeschichte der ostgalizischen Stadt gilt als MEilenstein in der Holocaust-Forschung.«
Heike Linde-Lembke, Chaverim Newsletter 17/2021

Kommentare

Ein lang erwarteter und unverzichtbarer Beitrag zur
Geschichte des Holocaust, an dem sich die künftige
Forschung messen lassen muss.
Saul Friedländer

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