Durs Grünbein
Aus der Traum (Kartei) - Aufsätze und Notate

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D: 28,00 €
A: 28,80 €
CH: 38,50 sFr

Erschienen: 11.02.2019
Gebunden, 573 Seiten
ISBN: 978-3-518-42853-5
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Provokativer könnte ein poetischer Buchtitel nicht sein, und doch lässt der Dichter an einem nicht zweifeln: »Ganz insgesamt wird das, was man die Realität nennt, überschätzt.« Und so steuert er im ersten Teil seines Buches mit aller Kraft der Imagination konsequent hinein in die Sturmzone jener Realität, die den meisten als das Maß aller Dinge erscheint.

Als welthistorisches Ereignis zeigt sich der Widerspruch zwischen Realität und Traum im Untergang eines Staates, der DDR, und den Metamorphosen seiner Gesellschaft bis heute. An den Gegensätzen von Freiheit und Solidarität auf der einen Seite, Hass und Spaltung auf der anderen, an Deutschland und Europa entwickelt der Autor im zweiten Teil seine Idee eines phantasiegeleiteten Widerstands gegen den Fetisch kruder Realität.

Wo aber lägen Traum und Wirklichkeit näher beisammen als in der Kunst? In einer dritten Sektion wendet sich der Autor jenen Dichtern und Philosophen zu, an deren Ästhetiken und Ideen er die eigenen Vorstellungen geschärft hat. Der Bogen spannt sich von der Antike bis in die Gegenwart, von Ovid über Pascal und Descartes bis Celan.

Durs Grünbeins neues Buch ist eine über Leitmotive miteinander verbundene Sammlung von Schriften verschiedener Genres: aus Aufsätzen, Reflexionen, Reden, Traumnotizen, Vorträgen, Sprechertexten und Gedichten. Ihr Ursprung verdankt sich der speziellen Arbeitsweise des Dichters. Aus der sammelnden und ordnenden Kartei seiner Stichworte ist ein Fundbuch hervorgegangen, das sich auf jeder Seite gewinnbringend aufschlagen lässt.

Aus dem Buch

»Der Traum mag oft täuschen – die Realität aber enttäuscht zuverlässig.«

»Der Dichter ist einer, der lernen muss, allein zu sein, nonkonform, keinem verpflichtet – keiner äußeren Macht, keinem höheren (religiösen oder philosophischen) Prinzip, nicht einmal einer vorherrschenden literarischen Strömung.«

Pressestimmen

»In Grünbeins dritter großer Aufsatzsammlung finden der Lyriker und der Essayist sowohl räumlich als auch stilistisch neu zusammen. So sehr die Texte Zeugnisse präziser Lektüren sind, so sehr gehen sie aus von der Selbsterforschung ihres Autors.«

Bastian Reinert, Der Tagesspiegel

»Indem Grünbein sich selbst loslässt ins Formlose, zergeht aller Anspruch auf Beherrschbarkeit der Welt, wie Wissenschaft und Technik ihn stellen, und der Weg wird frei für eine entspannte, erst eigentlich weltoffene Schrift.«

Eberhard Geisler, Frankfurter Rundschau

»Grünbein ist kulturgeschichtlich beschlagen und trefflich in der Freilegung des ästhetisch Kostbaren.«

Florian Bissig, NZZ am Sonntag

»Es gibt wenige, die über Literatur schreiben können, ohne egozentrisch ... zu werden. Wenn Grünbein über Lyrik schreibt, dann klingt das selbst wie ein Gedicht.«

Veronika Schuchter, Die Furche

»Grünbeins ›Fundbuch‹-Texte stehen für Genauigkeit, Drastik und einen hohen Politisierungsgrad. Gut, sie der Kartei entrissen zu wissen.«

Hendrik Werner, Weser-Kurier

»Durs Grünbeins neuer Essayband Aus der Traum (Kartei) ist eine Fundgrube für Leser, welche Dichtung schätzen, die zeitgemäß und traditionsbewusst zugleich ist.«

Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

»Durs Grünbeins außergewöhnliche sprachliche Virtuosität, die schon der Titel verrät, ist ein Hochgenuss.«

Lebensart im Norden 4/2019

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