Martyna Bunda
Das Glück der kalten Jahre - Roman

Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann
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Erschienen: 30.09.2019
Gebunden, 317 Seiten
ISBN: 978-3-518-42887-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Ob ihr Mann das Meer gesehen hat, bevor er 1932 auf der Großbaustelle der Hafenstadt Gdingen tödlich verunglückte, wird Rozela nie erfahren. Von der staatlichen Entschädigung baut sie für sich und die drei Töchter ein Steinhaus mit Doppelfenstern, im kaschubischen Dorf eine Sensation. Dort überstehen sie die Schrecken des Krieges. Als die sowjetische Armee gen Westen zieht, bietet das Haus keinen Schutz mehr. Im Keller versteckt, muss Gerta, die älteste, mit anhören, wie ihre Mutter von Soldaten vergewaltigt wird.

Aber die Maxime der Mutter lautete stets: Kopf oben behalten, egal was passiert. Dies beherzigen auch die Töchter, allen voran die leidenschaftliche, lebenshungrige Truda, Sachbearbeiterin im Schifffahrtsamt, deren Mann für Jahre im Gefängnis des Geheimdiensts verschwindet. Ilda, Motorradfahrerin, arbeitet in der Umsiedlungsbehörde und liiert sich spät – mit einem Bildhauer, der ihr seine Ehe mit einer Deutschen verschweigt. Trotz gelegentlicher Ausbrüche, Zerwürfnisse, Trennungen sind Mutter und Töchter in entscheidenden Momenten füreinander da – vier starke Frauen, die in widrigen Zeiten wie Pech und Schwefel zusammenhalten.

Martyna Bunda beherrscht die Kunst, uns die Dinge mit den Augen der Figuren sehen zu lassen. In ihrem aufsehenerregenden Debüt gelingt es ihr, eine weibliche Familiensaga zu erzählen, deren Größe aus dem vermeintlich Kleinen und Alltäglichen erwächst. Naturgemäß kommt die Weltgeschichte nur in Nebensätzen vor, während das Wiedererwachen eingefrorener Gefühle in unvergesslichen Szenen festgehalten ist.

Pressestimmen

»Die so entstandenen Szenen, Miniaturen fast, sind prallvoll mit Leben und schönen Details. Sie ziehen mitten hinein in eine fremde und doch vertraute Welt.«

stern

»Martyna Bunda gelingt das Kunststück, das Private und das Öffentliche der schwierigen polnischen Nachkriegszeit in einer Romanerzählung miteinander zu verschränken.«

Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung

»Martyna Bunda zeigt in ihrer eindrucksvollen kaschubischen Frauensaga, wie Rozela und ihre Töchter sich durchbeißen, wie sie die Herausforderungen des Lebens bestehen, ohne sich je zu unterwerfen.«

Günter Kaindlstorfer, ORF

»Der Sog dieses Romans entsteht nicht aus der episodisch erzählten Handlung, sondern aus der Sprache. Der Übersetzer Bernhard Hartmann hat in seiner sorgfältigen und farbigen Übersetzung jeder Nuance nachgespürt.«

Sieglinde Geisel, SRF

»Wer so erzählen kann, muss eine Menge vom Leben verstehen.«

Monika Melchert, Sächsische Zeitung
»Ein schönes, ein weises Buch.«
Newsweek

»Berührendes Debüt.«

TV-Star 22/2019

»Es ist faszinierend mitzuerleben, wie es der Autorin gelingt, uns beim Lesen die Dinge mit den Augen der Figuren sehen zu lassen. Sie erzählt die Weltgeschichte aus dem vermeintlich Kleinen und Alltäglichen. Ergreifend.«

Magazin Märkische LebensArt 15. Jahrgang, Fürhling 2020

Videobeiträge

Kommentare

»Es gelingt ihr vortrefflich, einen leichten Ton voller Witz und Esprit anzuschlagen, aber auch dem Grauen dieser Zeit eine Stimme zu verleihen. Zusätzlich erzeugen die wechselnden Erzählperspektiven und Rückblenden gekonnt eine innere und äußere Spannung, die zu fesseln vermag.«
Gabriele Fachinger, ekz.bibliotheksservice, 30.09.2019

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