Angelika Neuwirth
Der Koran

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Der Koran - Bd. 1: Frühmekkanische Suren. Poetische Prophetie Handkommentar mit Übersetzung von Angelika Neuwirth.

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D: 52,00 €
A: 53,50 €
CH: 69,90 sFr

Erschienen: 12.10.2011
Leinen, 751 Seiten
ISBN: 978-3-458-70034-0

Inhalt

In ihrem 2010 im Verlag der Weltreligionen erschienenen Buch Der Koran als Text der Spätantike hat Angelika Neuwirth die Grundlage für ihre fünfbändige Übersetzung und Kommentierung des Koran gelegt. Der nun folgende erste Band enthält die Anfänge der Verkündigung Muhammads. In chronologischer Ordnung, beginnend mit der vermutlich ältesten Sure 93, analysiert und deutet Neuwirth die Entwicklung seiner prophetischen Botschaft. Jede Sure wird in Umschrift und neuer Übersetzung vorgestellt und dann eingehend kommentiert. Herzstück eines jeden Surenkommentars ist eine Vers-für-Vers-Auslegung, in der neben sprachlichen und inhaltlichen Erläuterungen die denkerische Auseinandersetzung mit der religiösen Umwelt sowie die innerkoranische Weiterentwicklung zentraler Themen nachgezeichnet werden.

Worauf beruht die „Eigengesetzlichkeit“ des Korans als „mündlicher Schrift“?

Neuwirth:…Die Mündlichkeit des Korans mag aus unserem Erwartungshorizont fremd erscheinen; ihre positive Wertung ist aber nicht abwegig. Auch im Judentum hat sich die jeweils ›zeitgemäße‹ Neudeutung der biblischen Texte bewährt. In einer Zeit, als das Hebräische nicht mehr als bekannt vorausgesetzt werden konnte, wurde in sogenannten Targumim eine ›theologische Übersetzung‹ – eine Wiedergabe der biblischen Texte im Licht ihrer inzwischen erreichten Deutung – unternommen; es entstand eine ›Neuschreibung‹ der biblischen Texte, die auch im Gottesdienst zur Verlesung kam. Die schubweise Mitteilung von koranischen Texten an die Gemeinde ist damit vergleichbar: Auch im Fall des Korans wurden bekannte Mitteilungen im Licht einer neu erreichten Weltsicht neu formuliert und mit neuen Fragen in Verbindung gebracht. Die am Koran so oft beanstandeten Wiederholungen ähnlicher Erzählungen und Argumentationen haben hier ihren Ursprung: Sie stellen jeweils neue Reflexionen eines Gegenstands im Licht veränderter Einsichten dar.

Spielt die Mündlichkeit des Korans heute eine Rolle?

Der Koran blieb vorwiegend mündlich. In einem islamischen Gottesdienst fehlt das im ostkirchlichen oder jüdischen Kontext in den Mittelpunkt gestellte Buch vollständig. Die Rezitation des Korans erfolgt auswendig. Auch der Beter in der Moschee hat – anders als der in der Synagoge – kein Buch in der Hand. Das Buch spielt nur im Lehrbetrieb eine Rolle, wo es um die rechtlichen und dogmatischen Implikationen des Textes geht. Im Kultus begegnet der Koran nur als gesprochenes Wort.

© »Lettre International« (der verkannte Koran, Angelika Neuwirth spricht mit Adalbert Reif) Heft 93
Weitere Informationen zum Interview erhalten Sie hier.

Pressestimmen

»[Der] Sprengstoff dieser Forschung wird ... unsere geistige Landschaft grundlegend ... erschüttern. Indem sie die vielfältigen biblischen, platonischen, patristischen und talmudischen, genauso wie die altarabischen und innerkoranischen Bezüge aufspürt, indem sie vor allem die sprachliche Struktur des Korans als eines poetischen Texts, als Partitur für den gesungenen Vortrag ernst nimmt, wird erkennbar, wie sehr der Koran die gesamte Kultur des östlichen Mittelmeeres eingeatmet hat.«
Navid Kermani, Süddeutsche Zeitung

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Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang Bd. 1: Frühmekkanische Suren. Poetische Prophetie Handkommentar mit Übersetzung von Angelika Neuwirth. Band 2/1: Frühmittelmekkanische Suren. Das neue Gottesvolk: ›Biblisierung‹ des altarabischen Weltbildes Handkommentar.