Andrej Platonow
Die Baugrube - Roman

Aus dem Russischen übersetzt, mit Kommentaren und einem Nachwort versehen von Gabriele Leupold. Mit einem Essay von Sibylle Lewitscharoff
Leseprobe » Bestellen »


D: 24,00 €
A: 24,70 €
CH: 34,50 sFr

Erschienen: 12.12.2016
Gebunden, 240 Seiten
ISBN: 978-3-518-42561-9

SWR-Bestenliste
ORF-Bestenliste

 

Inhalt

Am Rand einer großen Stadt heben Arbeiter eine riesige Grube aus, um ein »gemeinproletarisches Haus« zu errichten. Vom Kriegsinvaliden über den Handlanger bis zum  Ingenieur bildet sich unter den freiwilligen Sklaven eine Hierarchie, die den sozialen Verhältnissen in Stalins Sowjetunion ähnelt. Mit Nastja, dem Waisenkind, das sich nach seiner bourgeoisen Mutter sehnt, ist der »neue Mensch« bereits unter ihnen. Doch am Ende wird es in der Baugrube beerdigt, dem kollektiven Grab, das sich die »Paradieserbauer« (Brodsky) geschaufelt haben.

Andrej Platonows Helden setzen alle ihre Kräfte ein, die glückliche Zukunft der Menschheit durch ihrer Hände Arbeit herbeizuführen – und werden doch von der Wucht dieser Aufgabe erdrückt: Sie versinken in Schwermut, leiden an Erschöpfung und Grübelsucht oder gehen zugrunde, weil es in der neuen Ordnung der Dinge keinen Platz mehr für sie gibt. Die Sprache kann mit dem utopischen Denken nicht Schritt halten, der Boden entgleitet ihr unter den Füßen.

Wie kein zweiter Autor lässt Platonow die Atmosphäre einer Epoche spüren, die voll war von Utopien und Prophezeiungen einer künftigen Welt. Die russische Revolution, die alle Bereiche des Lebens in diesem riesigen Land erfasste, der Kampf um einen »neuen Himmel und eine neue Erde«, findet in seinem Werk einen unerhörten Ausdruck.

Auf der Grundlage der 2000 in Sankt Petersburg erschienenen, erstmals edierten gültigen Originalausgabe hat Gabriele Leupold, gerühmt für ihre Übersetzungen von Andrej Belyjs Petersburg und Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma, eine neue deutsche Fassung des als unübersetzbar geltenden Buches erarbeitet.

Alle Kommentare

Die Unterdrückung der ›Baugrube‹ hat die russische Prosa um fünfzig Jahre zurückgeworfen.
Joseph Brodsky
Man darf davon ausgehen, dass der Übersetzerin Gabriele Leupold hier eine Meisterleistung gelungen ist: Die vieldeutige und kraftvolle Sprache überzeugt.
Marina Büttner
Die jetzt vorliegende sorgsam gestaltete und ausführlich kommentierte Ausgabe in der neuen Übersetzung von Gabriele Leupold ist ... unbedingt empfohlen.
Dorothea Trottenberg, ekz.bibliotheksservice GmbH

Kommentieren