Annie Ernaux
Die Scham

Aus dem Französischen von Sonja Finck
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Erschienen: 17.08.2020
Bibliothek Suhrkamp 1517, Gebunden, 110 Seiten
ISBN: 978-3-518-22517-2
Auch als eBook erhältlich

Bestseller in Focus, Stern und Börsenblatt

Inhalt

Juni 1952, die kleine Annie ist 12 Jahre alt. Eines Sonntagnachmittags geschieht etwas Entsetzliches – ohnmächtig muss sie miterleben, wie der Vater die Mutter umzubringen versucht. Nach kurzer Zeit beruhigt sich der Vater, und Annie versucht, den Eklat zu vergessen. Bis sie, nahezu ein halbes Jahrhundert später, auf ein altes Foto stößt, das eine Flut von Erinnerungen auslöst. Aber was genau ist damals geschehen? Und wie ist es dazu gekommen?

Je tiefer Annie in dieses entscheidende Jahr eintaucht, umso deutlicher wird ihr die Spannung, in der die Eltern lebten, zwischen dem Wunsch nach sozialem Aufstieg und dem demütigenden Rückfall in die alten Verhältnisse. Und auch Annies Zerrissenheit gewinnt an Kontur, ihr immer wieder schmerzhaftes Bemühen, dem Einfluss einer religiösen Erziehung zu entrinnen und der bohrenden Sehnsucht nach Aufbruch und einem besseren Leben zu folgen.

Scham ist das beharrliche Gefühl der eigenen Unwürdigkeit. Annie Ernaux seziert es an sich selbst, indem sie weit zurückschwingt in eine eigentlich unfassbare Episode ihrer Kindheit und in eine Vergangenheit, die nicht vergehen will.

Im Original erschienen unter dem Titel La honte (Gallimard).

Pressestimmen

»Jenseits [von Normalität, Respekt und Würde] bleibt eine Scham, die wohl selten so genau beschrieben wurde wie hier und die, das sollte beim Lesen und Loben dieses großartigen, keineswegs historischen Buches niemand vergessen, auch heute noch viele Menschen ganz genau kennen.«

Sabine Rohlf, Berliner Zeitung

»Annie Ernaux hat die soziologisch grundierte Selbsterforschung zur Meisterschaft gebracht. Nun erscheint ihr zentrales Werk Die Scham

Hanna Engelmeier, Süddeutsche Zeitung
»... ein schonungsloses Selbstporträt der Frau in der französischen Gesellschaft.«
Barbara Vinken, Die literarische Welt

»Ich bin ein großer Bewunderer von allen Texten von Ernaux.«

Christian Berkel, Literarisches Quartett
»Erschütternd.«
Deutschlandfunk Kultur
»Ernaux‘ Beschreibung des französischen Kleinstadtmilieus hat mich gepackt. Ihre quasi soziologische Methode entwickelt einen unglaublichen Sog, eine große Wucht.«
Thea Dorn
»Annie Ernaux hat keine Scheu dahin zu gehen, wo es wehtut … Ein Buch, das zutiefst bewegt.«
Dörte Hansen
»[Eine] Meisterin der ethnografischen Tiefenbohrung.«
Angela Gutzeit, Deutschlandfunk

»Die Ethnologin ihrer selbst, wie [Annie Ernaux] sich in diesem ernsten und absolut lesenswerten Buch explizit nennt, denkt die persönliche Scham weiter, positioniert ihre Familie in der Welt der Unterdrückten und entlarvt die soziale Determiniertheit. Das macht sie in der ihr eigenen, unverwechselbaren Schreibweise: klar, nüchtern und zuweilen trocken. Keine Metaphern, keine Gefühlsduseleien, nichts Überflüssiges.«

Susanne von Schenck, Saarländischer Rundfunk

»Die Scham ist ein quälendes Gefühl der Unwürdigkeit und Unterlegenheit. Etwas, das dem Ideal der Chancengleichheit in einer demokratischen liberalen Gesellschaft zutiefst widerspricht und im Verborgenen rumort. Im Leben vieler Menschen. Auch in Deutschland, wo es erstaunlicherweise bislang keine Literatur gibt, die diese unangenehme Wahrheit so berührend und nüchtern, so klug und klar benennt wie Annie Ernaux.«

SWR 2
»[Annie Ernaux] legt von Anfang an die Karten, sprich ihre Gefühle, auf den Tisch. Diese Verletzlichkeit macht die Faszination ihres Schreibens aus.«
Katia Schwingshandl, Buchkultur 04/2020

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