Anna Maria Carpi
Kleist - Ein Leben

Aus dem Italienischen von Ragni Maria Gschwend
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D: 24,90 € *
A: 25,60 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 14.03.2011
Gebunden, 477 Seiten
ISBN: 978-3-458-17503-2

Inhalt

200. Todestag am 21. November 2011

»– Und was interessiert dich, Heinrich? Nur die Kunst, nur die Bekanntschaften?
– Nein, die gerade nicht. Die Hälfte der Dresdner Adressen … habe ich verbrannt. Bekanntschaften machen das Leben noch verwickelter, als es schon ist.«
In der Sache hält sich die lebendig teilnehmende Kleist-Biographie der italienischen Autorin, Übersetzerin und Germanistin Anna Maria Carpi streng an die Quellen – in der Darstellung aber nimmt sie sich Freiheiten. Sie imaginiert Begegnungen, Unterhaltungen, Einsamkeitsszenen und erteilt dem Dichter das Wort, der postum, wie von heute aus, zu uns spricht.
Damit bringt sie uns Heinrich von Kleist (1777–1811) nahe, diesen Mann, der von frühauf sein Lebensglück einem streng rationalen Plan anvertrauen wollte, jedoch kaum jemals wußte, wohin er den nächsten Schritt tun sollte. Weniger der unsicheren Zeiten wegen als aufgrund der Verwerfungen in seinem Inneren: Kleists Verzweiflung entsprang der Erkenntnis, daß es den Menschen nicht gegeben ist, einander wirklich zu verstehen. Alle seine Geschöpfe gehen an Mißverständnissen zugrunde.
Kleists Leiden erlebt der Leser hautnah mit. Bei jeder neu sich anbahnenden Katastrophe verspürt er den Wunsch, die Dinge zu wenden; ein vergeblicher Wunsch, wie er weiß, denn Kleists Ende bildet den Auftakt des Buches – und ein Chor von Stimmen, der kundtut, was die Welt zu diesem Freitod zu sagen wußte.

Pressestimmen

»[Der] Verdienst dieser Romanbiographie [ist], dass sie sich nicht bloß mit dem äußeren Leben des Dichters auseinandersetzt, sondern sie sein Schreiben in den Mittelpunkt stellt.«
Christian Schärf, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Anna Maria Carpi hat ... eine Kleist-Biographie geschrieben, die sich liest wie ein Roman; die ein Roman ist, nicht weil die Autorin einer Versuchung zu fantasieren nachgibt, sondern weil es die lebendige Erzählung eines Lebens ist; wobei sich kritische Intelligenz mit einem Schreibstil verbindet, der dieses Leben sehr konkret vergegenwärtigt.«
Claudio Magris, Corriere della sera

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