Pierre Bourdieu
Manet - Eine symbolische Revolution

Vorlesungen am Collège de France 1998-2000 Mit einem unvollendeten Buchmanuskript von Pierre und Marie-Claire Bourdieu Aus dem Französischen von Achim Russer und Bernd Schwibs
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Erschienen: 07.12.2015
Gebunden, 921 Seiten
ISBN: 978-3-518-58680-8
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Wie vollzieht sich eine symbolische Revolution? Wann hat sie Erfolg? Am Beispiel des Begründers der modernen Malerei, Édouard Manet, geht der große französische Soziologe diesen Fragen in seinen bahnbrechenden Vorlesungen am Collège de France aus den Jahren 1998 bis 2000 nach. Begleitet werden die Vorlesungen von einem Manuskript über Manet, an dem Bourdieu mit seiner Frau Marie-Claire gearbeitet hat. Eine Entdeckung!

Bourdieu situiert Manets Malerei in der Krise der Kunst Mitte des 19. Jahrhunderts – in einem Moment, in dem zum einen die Zahl der Künstler zunimmt und zum anderen die staatliche Autorität in der Beurteilung des Wertes von Kunst fundamental in Frage gestellt wird. In dieser Situation bricht Manet mit den Regeln der akademischen Malerei und revolutioniert die gesamte ästhetische Ordnung. Seine Gemälde sind als Kampfansagen zu verstehen: an die Bewahrer des Akademismus, an den Populismus der Realisten, an den kommerziellen Eklektizismus der Genremaler und sogar an den im Entstehen begriffenen Impressionismus. Solche symbolischen Revolutionen, so arbeitet Bourdieu heraus, sind nur vor dem Hintergrund der Konstellationen des gesamten kulturellen Feldes zu erklären. Mit seinen Studien zu Manet hat Bourdieu nicht weniger als ein Grundlagenwerk der Kunstsoziologie geschaffen.

Im Original erschienen unter dem Titel Manet. Une révolution symbolique. Cours au Collège de France (1998-2000) suivis d'un manuscrit inachevé de Pierre et Marie-Claire Bourdieu (Editions du Seuil).

Pressestimmen

»Die Kunstkritik nach Bourdieu wird nicht mehr an der sozioanalytischen Beschreibung der Disposition der Künstler vorbeikommen ... «

Harald Loch, Badische Zeitung

»Bourdieus Methode zwischen Fantasie und Wissenschaftlichkeit trifft den Kern der Moderne. ... Diese historische Transformation – mit Manet in ihrem Zentrum – sie ist noch heute ein Gewinn.«

Fabian Granzeuer, Deutschlandfunk

» ... dieses Buch setzt Standards für Kunstkritik und -wissenschaft zu Zeiten, in denen Art-Celebrities an die Stelle der großen Meister getreten sind.«

Ingo Arend, taz. die tageszeitung

»Schließlich enthält der sehr lesenswerte Band, der für die Bereiche Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Ideengeschichte des 19. Jahrhunderts und generell für Kulturwissenschaften in vieler Hinsicht anschlußfähig ist, ein Personen- und Sachregister, mit dem der Band gute Dienste leisten kann.«

Till Kinzel, Informationsmittel (IFB)

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