Karl Heinz Bohrer
Mit Dolchen sprechen - Der literarische Hass-Effekt

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Erschienen: 30.09.2019
Gebunden, 493 Seiten
ISBN: 978-3-518-42881-8
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Gerade in letzter Zeit hat der »Hass«-Begriff eine Karriere an öffentlicher Bedeutung hinter sich gebracht. In der publizistischen und sozialhistorischen Kritik an der in Deutschland und Europa verbreiteten Reaktion auf die Flüchtlingskrise rückte er gemeinsam mit Begriffen wie »Identität« und »Rassismus« in die vorderste Linie des Diskurses.

Doch Karl Heinz Bohrers Studie in zwölf Kapiteln sucht im literarischen Hass-Effekt etwas ganz anderes. Nicht um den Hass als die begleitende Emotion eines politisch-weltanschaulichen Programms geht es ihm, sondern einzig um den literarischen Ausdruckswert, um die Rolle des Hasses als eines Mediums exzessiv gesteigerter Poesie. Dabei zeigt sich eine privilegierte Rolle von Charakteren des Hasses und ihres Ausdrucksvermögens in der Literatur, an deren Vorbild sich die Expressivität literarischer Sprache selbst entwickelt.

Bohrers Studien führen vom Beginn der Neuzeit, von Shakespeare, Kyd und Marlowe, über Milton, Swift, Kleist, Baudelaire, Strindberg und Céline bis in die Gegenwart: zu Sartre, Bernhard, Handke, Jelinek sowie Brinkmann und Goetz. Und zu Houellebecq, in dem die bösartige Affirmation des Hassenswerten, eine Zeitgenossenschaft ohne Hoffnung, kulminiert.

Pressestimmen

»Literatur nicht als Lebenshilfe, schönes Objekt oder mentale Kuscheldecke gedacht, sondern von einem der komplexesten Gefühle her: dem Impuls des Hasses.«

Mara Delius, Die Literarische Welt

»Dass die Literatur eine starke Stimme hat, wenn es um Hass geht, ja, dass sie geradezu eine Expertin für Hass ist, zeigt in zum Teil fulminanten Lektüren nun der Komparatist Karl Heinz Bohrer ... «

Martina Wagner-Egelhaaf, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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