Elizabeth Anderson
Private Regierung - Wie Arbeitgeber über unser Leben herrschen (und warum wir nicht darüber reden)

Aus dem Amerikanischen von Karin Wördemann
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Erschienen: 11.02.2019
Gebunden, 259 Seiten
ISBN: 978-3-518-58727-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Als Adam Smith und andere die Theorie freier Märkte entwickelten, war das ein progressives Projekt: Die Freiheit der Märkte sollte auch zur Befreiung der Lohnabhängigen führen – von den Zwängen obrigkeitsstaatlicher Strukturen, vor allem aber von der Gängelung durch die Arbeitgeber. In ihrem furiosen Buch zeigt Elizabeth Anderson, was aus dieser schönen Idee geworden ist: reine Ideologie in den Händen mächtiger ökonomischer Akteure, die sich in Wahrheit wenig um die Freiheit und die Rechte von Arbeitnehmern scheren.

Bereits die Industrielle Revolution hat den vormals positiven Zusammenhang zwischen freiem Markt und freiem Arbeiter aufgelöst, wie Anderson im ideengeschichtlichen Teil ihrer Untersuchung darlegt. Im nächsten Schritt bestimmt sie die gegenwärtige Beziehung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern neu: als eine von Regierungen und Regierten, wobei diese »Regierungen« private sind und quasi autokratisch herrschen können. Das Nachsehen haben die Beherrschten, nämlich die Arbeitnehmer, wie Anderson anhand zahlreicher Beispiele belegt. In beeindruckender Gedankenführung und stilistisch brillant dekonstruiert sie einen Mythos des Marktdenkens. Ein Glanzstück der Ideologiekritik.

Im Original erschienen unter dem Titel Private Government. How Employers Rule Our Lives (and Why We Don't Talk about It) (Princeton University Press).

Aus dem Buch

»Wer heute noch sagt, dass freie Märkte die Freiheit der Arbeiter garantieren, übt sich in magischem Denken .«

Pressestimmen

»Auf Elizabeth Andersons Ausführungen folgen ... vier kritische Kommentare von renommierten Kollegen verschiedener Fächer, auf die Anderson wiederum antwortet. So schärft das Buch bestens den Blick dafür, dass in einer Zeit, in der Gewerkschaften als unsexy gelten, die Arbeitsbedingungen keineswegs Privatsache der Privatwirtschaft sind, sondern eine öffentliche Angelegenheit.«

Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung

»Anderson gelingt es in ihrem historischen Abriss sehr gut zu zeigen, wie der ursprüngliche Gleichheitsgedanke aus dem liberalen Denken nach der industriellen Revolution verschwindet und nur noch die Freiheit der Märkte zur Maxime des Liberalismus wird.«

Cord Riechelmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Andersons beherztes Plädoyer, dass die politische Philosophie die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt stärker ins Blickfeld rücken sollte, besticht.«

Friedemann Bieber, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der freie Markt war mal eine linke Idee: Elizabeth Anderson erklärt in ihrem scharfsinnigen Buch Private Regierung, warum die industrielle Revolution daraus ein Zwangsregime gemacht hat.«

Ronald Düker, DIE ZEIT 12/19

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