Siegfried Unseld
Reiseberichte

Herausgegeben von Raimund Fellinger
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Erschienen: 22.06.2020
Bibliothek Suhrkamp 1451, Gebunden, 378 Seiten
ISBN: 978-3-518-22451-9
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Zehn Tage nachdem Siegfried Unseld am 1. April 1959 die Leitung des Suhrkamp Verlags übernommen hat, reist er nach Ost-Berlin, um Brechts Witwe Helene Weigel zu besuchen. Zurückgekehrt, diktiert er den ersten der von ihm selbst so genannten Reiseberichte.

In über 1500 Berichten hat er bis zu seinem Tod 2002 die für ihn und seine Mitarbeiter wesentlichen Resultate seiner Gespräche festgehalten. Die Weitergabe an Personen außer Haus war streng verpönt. Zum 70-jährigen Verlagsjubiläum wird das Betriebsgeheimnis nun gelüftet.

Die spannenden Reportagen, darunter eindrucksvolle Schilderungen seiner Reisen nach Japan und Israel in den 1980er und 1990er Jahren, offenbaren einen Blick hinter die Kulissen des literarischen Lebens und bieten die einmalige Gelegenheit, den Aufbau des Suhrkamp Verlags aus der Sicht des Verlegers zu verfolgen. Sie dokumentieren die wichtigsten kulturellen Ereignisse innerhalb der letzten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in Begegnungen zwischen Verleger und den für diese Zeit bedeutsamsten deutschen und internationalen Autoren­ – mal dramatisch, mal entspannt urlaubend, mal kämpferisch.

Die hier in Auswahl zum ersten Mal publizierten Reiseberichte Siegfried Unselds führen in die Welt des Verlegers und Verlegens mit all ihren Höhe- und Tiefpunkten, ihrem Glanz und Elend – ob beim Geburtstag von Max Frisch in New York, mit Samuel Beckett in Paris, mit Peter Weiss in Kopenhagen, mit Jurek Becker in Leipzig, bei Ingeborg Bachmann in Rom, mit Amos Oz in Israel, mit Thomas Bernhard in Wien oder mit Peter Handke auf der ganzen Welt – und zeichnen das Porträt der kulturellen Nachkriegsgesellschaft aus der Sicht eines ihrer wirkungsmächtigsten Akteure.

 

Pressestimmen

»... nicht nur wie Bruchstücke jener Autobiografie, die Unseld schreiben wollte, sondern fast wi3e der Bildungsroman einer eigenwilligen Figur, die vom durch Hermann Hesse protegierten Verlagsarbeiter zum prominentesten Alphatier der Branche aufstieg und diese in einer Weise dominierte, wie es heute nicht mehr vorstellbar ist.«

Thomas Schaefer, taz. die tageszeitung

»Zu lesen ist ... eine Geschichte der Bundesrepublik in Gestalt ihres bekanntesten Kulturunternehmens, frei oszillierend zwischen Kolportage und Geschäftsbericht, zwischen Erzählung, Rechenschaft und Kritik.«

Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung

»Es sind deshalb Betriebsgeheimnisse, die wir hier lesen können, aufschlussreiche Dokumente über die zeitgenössischen Bedingungen der Verlagsarbeit.«

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Wer in den Unseld’schen Reiseberichten die große ›Vanity-Fair‹-Story des Literaturbetriebs sucht, wird sie nicht finden, stattdessen etwas ungleich Wichtigeres ...«

Mara Delius, DIE WELT

»Man wird [Siegfried Unseld] im Licht dieser Reiseberichte bisweilen visionär nennen ...«

Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Berichte, die der Verleger Siegfried Unseld nach Autorenbesuchen verfasste, sind geistreiche Reportagen.«

focus 29/20
»... ein Stück diktierter Literatur.«
Arno Widmann, Berliner Zeitung

»... ein Stück bundesrepublikanischer Geistes- und Kulturgeschichte.«

Katrin Krämer, NDR

»Eine Lektüre, von der man nicht genug bekommt.«

Helmut Böttiger, Deutschlandfunk Kultur

»Wer mit der Suhrkamp Kultur aufgewachsen ist, wer noch etwas ahnt von dem, was einmal die Aura dieses Verlags ausmachte, dürfte die Reiseberichte ... verschlingen. Für alle anderen ist es der lehrreiche Blick auf eine große, aber heute schon fast unwirklich erscheinende literarische Epoche.«

Ulrich Rüdenauer, Deutschlandfunk

»Der legendäre Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld hat über die Reisen zu den größenwahnsinnigen und liebesbedürftigen Autoren auf der ganzen Welt Berichte geschrieben.«

Volker Weidermann, DER SPIEGEL 26/2020

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