Gertrud Leutenegger
Späte Gäste - Roman

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Erschienen: 17.08.2020
Gebunden, 174 Seiten
ISBN: 978-3-518-42958-7
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Ein Dorf nahe der italienischen Grenze. Spät am Abend ist die Erzählerin nach einer Todesnachricht dort eingetroffen. Orion ist gestorben, mit dem sie viele Jahre ihres Lebens geteilt hat, ehe sie mit dem Kind die Flucht ergriff. Sie will die Nacht vor der Totenmesse im Wirtshaus am Waldrand zubringen, einer ehemals herrschaftlichen Villa. Doch diese ist wie ausgestorben, der sizilianische Wirt verreist, die Wirtschafterin wie jedes Jahr zur Fasnacht im Ort jenseits der Grenze, wo sich die Dorfbewohner als »Schöne und Hässliche« verkleiden. Zwar findet sie Zuflucht im unverschlossenen Gartensaal, wo sie früher oft zusammengesessen haben. Doch aufgestört von beunruhigenden Berichten aus dem benachbarten Tal, bedrängt von Erinnerungen an Orion und von Bildern aus der Kindheit, gerät die Erzählerin in einen zwischen Nachtwache und Schlaf oszillierenden Zustand. Nicht nur Szenen aus der Vergangenheit suchen sie heim, gegen Morgen tauchen auch maskierte Gestalten auf, die sie zugleich erschrecken und anziehen.

Auswandern und Vertriebensein, Verlust und Wiedergewinn, Trauer und das Irrlichtern während der Fasnachtszeit verbinden sich in Gertrud Leuteneggers Roman zu einer traumwandlerischen Gegenwart.

Aus dem Buch

»Wir hatten ein Schicksal, Abgründe, und diesen verzehrenden Lebenshunger. Wie reich waren wir.«

Pressestimmen

»Man ist diesem Buch dankbar für alles, was an ihm auf so funkelnde Weise anders ist als alles, was es in der Literatur sonst so gibt.«

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

»... als würde alles, ein wenig nur von der Wirklichkeit verrückt, noch einmal neu gesehen werden können.«

Ulrich Rüdenauer, Der Tagesspiegel

»... auch in Späte Gäste erweist [Gertrud Leutenegger] sich wieder als Meisterin der atmosphärischen Beschreibung.«

Eva Pfister, Deutschlandfunk

»Mit traumwandlerischer Sicherheit lässt Gertrud Leutenegger in Späte Gäste Gegenwart, Traum und Vergangenheit ineinander fließen.«

Rainer Moritz, Deutschlandfunk Kultur

»Leser von Gertrud Leutenegger wissen verlässlich, was sie mit dem neuen Buch erwartet – ein unverwechselbares Sprachtimbre, das dem Kenner sofort vertraut ist. Und doch wird nicht unbedingt unbekanntes Gelände beschritten. Man kommt allerdings zu einem meditativen, beinahe lyrischen Lesegenuss. Und das ist nicht wenig.«

Pia Reinacher, Weltwoche

»Gertrud Leuteneggers Figuren mögen äußerlich in traditionellen Rollen gefangen sein – innerlich jedoch sind sie frei. Mit einer Verführungskraft, wie sie in etwa auch den Gedichten von Ilma oder Erika Burkart innewohnt, überzeugt sie die Leserschaft immer wieder von einer weiblichen Sicht der Dinge.«

Tina Uhlmann, Aargauer Zeitung

»Diese Kraft (›mit Wörtern als einer lebendigen Wirklichkeit zu leben‹) ist ihr ... längst wiedergegeben. In der beziehungsvollen Darstellung der Paradiesfresken als mythisches Pandämonium, in der Deutung der gemalten Tell-Geschichte als Ausbruch in die Freiheit, aber auch in den Assoziationen, die von einfachen Dingen und Lebewesen ausgehen und den Text ins Allgemeingültige heben.«

Charles Linsmayer, Tagblatt

»Späte Gäste erzählt in hoher symbolischer und mythologischer Dichte von Trauer, Umkehr und Bereiung und ist zugleich auch ein kunstvoll gestaltetes Kammerspiel über Flüchtlinge und Heimatlosigkeit.«

Jens-Peter Kusch, viceversaliteratur.ch

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