Alice Schmidt
Tagebücher der Jahre 1948/49

Herausgegeben von Susanne Fischer. Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag
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Erschienen: 12.03.2018
Halbleinen, 215 Seiten
ISBN: 978-3-518-80420-9

Inhalt

Ab September 1948 soll Alice Schmidt das Schriftstellerleben ihres Mannes dokumentieren. Von nun an notiert sie in geschenkte Hefte mit selbst angerührter Tinte, woran Arno Schmidt arbeitet, was er liest und mit wem er korrespondiert. Schwarzmarkthandel, Hunger und Armut bestimmen zu dieser Zeit das Leben der Schmidts im Flüchtlingsquartier Mühlenhof in Cordingen, aber das Ehepaar genießt auch die vielen Spaziergänge in die Wälder, die später in Schmidts Werk eingehen, und die abendlichen Vorlesestunden. Eine Reise nach Hamburg zu Schmidts damaligem Verlag Rowohlt ist für Alice Schmidt eine ebenso willkommene Unterbrechung des mühsamen Alltags wie der Besuch von Rundfunkmitarbeitern, die den Autor zu seinem ersten Buch befragen.

Nach den Tagebüchern 1954 bis 1956, die jene Zeit anschaulich machen, in der sich Arno Schmidt mühsam als Autor im Nachkriegsdeutschland etabliert, verzeichnet dieses früheste Journal die Anfänge seiner Existenz als Schriftsteller. Für Schmidt sind diese Jahre geprägt von beruflicher Unsicherheit: Er wartet verzweifelt auf die Veröffentlichung seines Erstlings Leviathan und muss dazu noch hinnehmen, dass seine Lesedrama Massenbach von seinem Verlag abgelehnt wird.

Aus dem Buch

»Wunderbar: Himmel, frisches Braungrün und Buchenknospen! Wir sind recht froh!«

»Mit Arno schreckliche Debatte über seinen Nervenzustand. Dauerte nicht mehr lang & er würde wahnsinnig. Jeder einfachste Kuli lebte besser als er als Schriftsteller.«

Pressestimmen

»Nach den von Susanne Fischer bereits vorbildlich editierten Tagebüchern Alice Schmidts der 1950er Jahre ist der vorliegende Band zu den Jahren 1948/49 für die Erhellung dieses Mysteriums von besonderem Interesse. Er führt seine Leser zum Anfang der Karriere eines einzigartigen Autors, dessen Leben noch lange nicht erschöpfend erforscht worden ist.«

Jan Süselbeck, taz. die tageszeitung

»Dieses Buch ist, mehr noch als die späteren Tagebücher dieser Dichter-Ehefrau, ein in seiner atmosphärischen Schärfe einzigartiges Zeitdokument.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Alice Schmidts Aufzeichnungen erreichen eine hohe Mitteilungsdichte ... «

Dietmar Dath, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Alice Schmidts Tagebuch ist auch eine herrlich detailreiche Dokumentation zur Sozialgeschichte der deutschen Nachrkriegsliteratur.«

Neue Zürcher Zeitung

»Etwas Ähnliches wie die Tagebücher der Alice Schmidt dürfte es in der gesamten deutschen Literaturgeschichte nicht geben ... Auch in dieser Hinsicht war Arno Schmidt (zusammen mit seiner Ehefrau Alice) einzigartig ... «

Wolfram Schütte, Glanz & Elend

»Alice Schmidt ist eine genaue Beobachterin. Detailreiche, tiefenscharfe Menschendarstellungen ... finden sich in ihrem Tagebuchwerk zu Hauf.«

Kurt Darsow, WDR

»Wer sich für Arno Schmidts Nachkriegswerk interessiert, wird auf diesen Tagebuchband auch jenseits biografischer Fragen nicht verzichten wollen. Der Band ist wie gewohnt vorzüglich editiert und ebenso kon- wie präzis kommentiert.«

Friedhelm Rathjen, Bargfelder Bote April 2018

»Überhaupt zeugen die Tagebücher der Alice Schmidt in einem Maße vom täglichen Kampf ums Dasein, das ihnen eine nicht nur sozialhistorische, fast schon literarische Qualität verleiht.«

Ulrich Baron, Cicero

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