Garrett M. Graff
Und auf einmal diese Stille - Die Oral History des 11. September

Aus dem amerikanischen Englisch von Philipp Albers und Hannes Meyer
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Erschienen: 17.08.2020
suhrkamp taschenbuch 5090, Klappenbroschur, 537 Seiten
ISBN: 978-3-518-47090-9
Auch als eBook erhältlich

Sachbuch-Bestenliste

Inhalt

Kein Tag hat sich stärker ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Die Bilder, die Geschichten, die Konsequenzen. Doch die Worte derer, die den 11. September tatsächlich erlebt haben, fehlten fast zwanzig Jahre lang. Garrett M. Graff hat diese Worte gefunden, er hat alle Dokumente, alle Interviews zusammengetragen, hat die Stimmen der Einsatzkräfte, der Zeugen, der Überlebenden versammelt und daraus eine überwältigende Erzählung kompiliert – vielstimmig, erfahrungsecht, im O-Ton.

Und auf einmal diese Stille ist das herzzerreißende Logbuch eines historischen Tages und ein monumentales Zeugnis von Hoffnung und Menschlichkeit in der Dunkelheit.

Alle Kommentare

»Ein packendes und tief bewegendes Panorama eines historischen Tages. Chronologisch genau zeichnet der Historiker Graff aus Dokumenten, O-Tönen, Mailboxnachrichten und Interviews von Feuerwehrleuten, Behördenmitarbeitern, Politikern und Angestellten, von Überlebenden, Angehörigen und Opfern die Ereignisse des 11.September 2001 nach. Ein Sachbuch, das sich liest wie ein Hollywood-Blockbuster. Dieses Buch ist gut…weil schon viel über 9/11 geschrieben wurde. So jedoch noch nie. Dieses Buch empfehle ich jedem, der mehr wissen möchte über diesen Dienstag im September 2001, der sich weltweit tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.«
Christiane Dumrath, Schuler Bücher, Chur, 24.09.2020
»Ich habe Sonntag angefangen zu lesen. Alle Erinnerungen und Bilder sind wieder da. Eine einzige emotionale Achterbahnfahrt. Fassungslosigkeit, Trauer, Wut - ich habe sogar geheult. Ich habe beschlossen, dass ich dieses Buch meinen Mitarbeitern schenken werde. Ein Buch gegen das Vergessen. Ich habe sogar schon eine Schaufensteridee. Sie merken schon, mich nimmt das Lesen total mit. Das Buch wühlt mich so auf wie ich es gar nicht in Worte fassen kann.«
Silke Schroeter, Buchhandlung Friedrich Netzel, Worpswede , 24.09.2020
»Danke, danke, danke für die Zusendung dieses Leseexemplares. Nach anfänglichem Zurückschrecken beim Auspacken am Mittwochnachmittag war ich plötzlich auf Seite 121. Gerade habe ich die Lektüre beendet und im wahrsten Sinne noch nie ein so fesselndes Buch gelesen. In diesen Coronazeiten, in denen wir Unberührbare werden, haben mich die Worte der Menschen, die hier zu Wort kommen besonders berührt. Ich bin beim Lesen wieder berührbar geworden durch diese Zeugnisse der Menschlichkeit im Angesicht der Katastrophe. Ein Buch zur rechten Zeit. Danke!«
Sibylle Jensen, Bereichsleitung Buch, boesner GmbH, Witten , 24.09.2020
»›Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns‹ - an dieses Kafka-Zitat musste ich während der Lektüre denken. Was für eine kraftvolle Axt diese Oral History doch ist! Ich konnte es manchmal nicht ertragen weiterzulesen und habe auch nach einer Woche noch kein neues Buch anfangen wollen: so sehr klingt in mir nach, was ich mit den Betroffenen miterlebt habe. Von historischem Wert!«
Brigitte Kahnwald, Berufsschule für Medienberufe München, 04.08.2020
»9/11, gibt es jemanden dem dieser Tag nicht ins Gedächtnis gebrannt ist? Auch ich weiß noch, wie ich fassungslos vor dem Fernseher saß. Man sah die Bilder, konnte es aber eigentlich nicht begreifen. Die Zahl der Menschen die an diesem Tag starben ist nicht vorstellbar.
Dieses Buch ist etwas besonderes, es berichtet von den Leuten die es erlebt haben. Und es wird nicht über einen anderen erzählt sondern die Menschen, die überlebt haben, erzählen selbst.
Der Autor hat die rund 500 Stimmen in diesem Buch zusammen getragen, aus verschiedenen Oral-History-Projekten, chronologisch geordnet.
Als Leser ist man ›hautnah‹ mit dabei, erlebt das Grauen der Menschen mit. Es begann als ein ganz normaler Tag, mit einem so unheimlich klaren Himmel. Doch dann fliegt das erste Flugzeug in den einen Turm des World Trade Center. Es passiert etwas, was einfach unvorstellbar ist. Man liest was diese Überlebenden erleben, doch kann man es in irgendeiner Form nachvollziehen? Nein. Die Bilder, die man selber im Fernsehen gesehen hat, werden mit den Berichten in Verbindung gebracht.
Das Lesen dieses Buches lässt einen vielleicht ein wenig mit nachempfinden von dem Grauen. Besonders, da man ja weiß was passieren wird, was die Leute zu dem Zeitpunkt nicht wussten.
Beeindruckend, was so viele geleistet haben, furchtbar, dass so viele sterben mussten.
Es ist beeindruckend und auch packend zu lesen und manchmal will man dann doch gar nicht weiter lesen.
Zudem ist überhaupt nicht zu verstehen, was andere zu solchen Taten treibt um ein Land zu treffen und weiter Gewalt zu säen.
Auf jeden Fall ein ganz wichtiges Buch, auch wenn es manchmal eine Pause beim Lesen braucht.«
C. Jordan, 28.07.2020
»›Hey, sag mal, was hast du am 11. September gemacht?‹.Diese Frage habe ich in den letzten Wochen nahezu allen meinen Kolleginnen und Kollegen gestellt. Die meisten schauten erst verdutzt ob der Frage, aber es entpuppten sich daraus interessante Gespräche, Anekdoten, Dialoge. Keiner von ihnen konnte mir auf diese Frage nicht antworten. Dass ich so penetrant nachgefragt habe, lag an Garrett M. Graffs aktuellem Buch ›Und auf einmal diese Stille – Die Oral History des 11. September‹. Kein Buch hat mich in den letzten Monaten, vielleicht auch in den letzten Jahren mehr beschäftigt und mitgenommen. Ich nahm es spontan aus der Suhrkamp-Verlagsvorschau mit und war in letzter Zeit eher unmotiviert, konzentriert ein Buch zu lesen. Doch dieses wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen. Detailliert und erschreckend real fühlen sich die Schilderungen der rund 500 Personen über ihre persönlichen Erlebnisse des 11. September an. Garrett hat Außerordentliches geleistet und alle diese Geschichten, Schicksale, Originalaufnahmen, Tonbandaufzeichnung zusammengetragen und gibt all jenen Stimmen ein Platz, zu Wort zu kommen. Das geht unter die Haut. Ich war 2001 acht Jahre alt. Ich weiß noch in Schemen, wie der Tag ablief, wie wir Abends bis tief in die Nacht vor dem Fernseher saßen, mein Vater versuchte, Erklärungen für mich und meinen Bruder zu finden, und wir am nächsten Tag in der Schule über das Geschehene ein Bild malen sollten. 20 kleine Kinder malten Türme, in die ein Flugzeug einschlug, Feuer, Rauch, kleine Strichmenschlein, die aus dem Himmel fielen. Noch heute hab ich mein gemaltes Bild vor Augen. Der 11. September 2001 gehört sicherlich zu den prägendsten Tagen meiner Kindheit. Doch Graffs Buch allein zu lesen, reichte mir nicht. Zu jeder Szene, jeder Geschichte wollte ich mehr wissen. Immer wieder unterbrach ich das Buch, suchte mir im Netzt mehr Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen. Videos, Augenzeugenberichte, Bilder. Manche waren bekannt, anderen wiederum völlig neu. Was dieses Buch in mir ausgelöst hat, ist mir lange nicht passiert. Ich dachte drüber nach und wenn ich vor dem Einschlafen las, träumte ich davon und am nächsten Morgen dachte ich weiter. Ich sprach Freunde und Bekannte an, redete mit ihnen über ihre Erinnerung, las mich quer durchs Netz, weiter auf der Suche nach immer mehr Informationen. Völlig neu für mich, der zwar gerne Tatsachenberichte und Reportagen liest, aber den Einzelschicksale normale eher unberührt lassen. Hier war es anders. Die schiere Masse des Leids, der Ungewissheit, der schrecklichen Erinnerung all jener Menschen, die den Tag am eigenen Leib erfahren haben, gepaart mit dem Wissen, dass es noch viel mehr Menschen gab, die nie würden darüber berichten können, da sie in all dem Staub, Glas, Beton und Feuer für immer verschwanden. Das alles ließ mich nicht kalt. Obwohl schon lange her, nahm es mich zunehmend mit und auf mancher Seite kämpfte ich mit den Tränen, musste das Buch weglegen, nur um es kurze Zeit später doch wieder in die Hand zu nehmen, beeindruckt von dem Mut und Lebenswillen der vielen Berichte. Hin und Her gingen meine Gefühle während des Lesens. Ein mir völlig unbekanntes Gefühl. Dies alles macht ›Und auf einmal diese Stille‹ zu keinem schönen, aber wichtigen und berührenden Buch. Nicht nur für Menschen, die den Tag auf welche Weise auch immer erlebten, sondern auch für jene, die damals noch gar nicht auf der Welt waren. Solche, die wissen wollen, was genau geschah und wie der Tag sich ins Gedächtnis von Millionen Menschen gebrannt hatte, wie sie ihn erlebt haben. Ein wahnsinniges Dokument aktueller Zeitgeschichte über einen Tag, der die Welt, in der wir heute leben, formte und immer noch nachhallt. Darauf gibt diese Buch antworten, die einen nachdenklich zurücklassen. Mein persönliches Sachbuch des Jahres - eine wahnsinnig intensive Erfahrung und eine absolute Empfehlung.«
Fabian Vor, Buch Greuter e.K., 09.06.2020

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