Christian Lehnert
Windzüge - Gedichte

Leseprobe » Bestellen »


D: 18,00 €
A: 18,50 €
CH: 25,90 sFr

Erschienen: 09.02.2015
Gebunden, 108 Seiten
ISBN: 978-3-518-42469-8

»Solange ich Atem hole, ist Zeit.«

»Doch das fließende Grenzgebiet, Wirklichkeit, wo ist’s?«

In der kompakten Form acht- und zwölfzeiliger Gedichte hatte Christian Lehnert seine »Pneumatologie« einer spirituellen Naturerfahrung zuletzt verdichtet (Aufkommender Atem, 2011), und mit derselben Form setzt er in seinem neuen, sechsten Gedichtband wieder an. Konsequent aber wächst die Form diesmal gegen die minimalistische Verdichtung auf, über Sonette hin zu dynamischen Zeilen und Strophen voll hexametrischer Rhythmen. Die Weitung der Form bedeutet zugleich eine Annäherung an größere Formationen der Wirklichkeit. Das Gedicht bewegt sich über die Erfahrung von Landschaft und Kulturnatur zielstrebig hinaus, arbeitet sich auf Schotter und Gleisen voran, passiert Transportmittel, Maschinenparks, Depots und Halden, durchquert Brachen und steuert durch Kanäle und Schleusen in Richtung eines vorerst imaginär bleibenden Stadtkerns. Wie die Mitte selbst aber erreichen? In einer Coda reißt Lehnert diese Frage mit drei Langgedichten zu drei Worten Martin Luthers als Sprachproblem auf: Dichtung als ein unablässiges Ringen um solche Worte und damit um den Zugang zur Mitte – ein unabschließbarer Versuch, doch ermutigt durch den festgegründeten Satz: »Solange ich Atem hole, ist Zeit.«

»Er ist einfach ein großer Lyriker mit einem seltenen Sinn für das Schöne.« Hans Werner Henze

Pressestimmen

»Die melodiöse Innerlichkeit und die an Rilke erinnernden Visionen der ›erhabenen Welt‹ mit Engeln und pfingstlichem Atem gehen mit dem Benennen von Zeiterscheinungen eine Verbindung ein, die es sonst in der Lyrik der Gegenwart nicht gibt.«
Dorothea von Törne, Literarische Welt
»Dass er uns ... an seinen Zweifeln, seinem Suchen teilnehmen lässt, nimmt uns für ihn ein. An Lehnerts neuen Gedichten faszinieren auch die Passagen, in denen er scheitert.«
Harald Hartung, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Man spürt Lehnert diesen aufmerksamen Blick, eine panoptische Welt an, und mit seinen Gedichten schafft er Gedanken und Glaubensorte, die über sich hinaus weisen. Hinaus zu Räumen, die der Erfahrungen nicht so einfach zugänglich sind.«
Étienne Roeder, Deutschlandradio Kultur
»Christian Lehnert schafft es, seine eigenen Fragen und auch Zweifel über das Woher und Wohin, das Warum und das Wie hineinzugießen in seine Poesie, lässt dadurch auch den Leser, der sich auf die Gedichte einlässt, seinen pfingstlichen Atem spüren.«
Ilka Scheidgen, Die Tagespost
»Vorzüglich!«
Friedrich Seven, zeitzeichen 1/2016

Nachrichten

Kommentare

»Für Lyrikfreunde ein echter Geheimtipp, ein Herzstück , ein greifbarer Augenblick des Lebens.«
Sophie Palme

Kommentieren