Lutz Seiler | Kruso


Inselabenteuer und Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft: Kruso, der erste, lang erwartete Roman von Lutz Seiler, schlägt einen Bogen vom Sommer 89 bis in die Gegenwart. Die einzigartige Recherche, die diesem Buch zugrunde liegt, folgt den Spuren jener Menschen, die bei ihrer Flucht über die Ostsee verschollen sind, und führt uns dabei bis nach Kopenhagen, in die Katakomben der dänischen Staatspolizei.

Als das Unglück geschieht, flieht Edgar Bendler aus seinem Leben. Er wird Abwäscher auf Hiddensee, jener legendenumwogten Insel, die, wie es heißt, schon außerhalb der Zeit und »jenseits der Nachrichten« liegt. Im Abwasch des Klausners, einer Kneipe hoch über dem Meer, lernt Ed Alexander Krusowitsch kennen – Kruso. Eine schwierige, zärtliche Freundschaft beginnt. Von Kruso, dem Meister und Inselpaten, wird Ed eingeweiht in die Rituale der Saisonarbeiter auf Hiddensee und die Gesetze ihrer Nächte, in denen Ed seine sexuelle Initiation erlebt. Geheimer Motor dieser Gemeinschaft ist Krusos Utopie, die verspricht, jeden Schiffbrüchigen des Landes (und des Lebens) in drei Nächten zu den Wurzeln der Freiheit zu führen. Doch der Herbst 1989 erschüttert die Insel Hiddensee. Am Ende steht ein Kampf auf Leben und Tod – und ein Versprechen.

 

Trailer zum Buch Kruso von Lutz Seiler

Pressestimmen zu Kruso

»Kruso ist das erste würdige Gegenstück der deutschen Literatur zu Thomas Manns Zauberberg

Elke Schmitter, DER SPIEGEL

»Lesen Sie diesen hochpoetischen Roman!«

Ijoma Mangold, ZEIT ONLINE

»Lutz Seiler ist ein virtuoser Regisseur des großen Welttheaters, das da auf der kleinen Insel Hiddensee stattfindet … Auch in der Sprache hat das Thema der Freiheit seinen Klang. Das Tosen der Wellen und das Sirren der Halme am Strand sind nur der Refrain auf die schwadronierenden Reden seiner Sinnsucher.«

Paul Jandl, WELT am Sonntag

»Ein seltenes Buch, das bleiben wird. Im Text finden sich Referenzen an Uwe Johnson und Wolfgang Hilbig, in diese Reihe wird es einmal gehören.«

Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau

»Kruso überführt die Sprache der Gedichte in Ganzkörperprosa. Dieser Roman über den historischen Sommer 1989 ist ein Leuchtturm, kein Elfenbeinturm.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»[Seiler] legt ... im reifen Mannesalter sein Romandebüt vor, mit dem er sich sogleich in die erste Reihe der Schriftsteller hierzulande katapultiert.«

Alexander Cammann, DIE ZEIT

»Der irrste, abgedrehteste und komplexeste Roman von allen Neuerscheinungen dieses Jahres ... ist zweifellos Lutz Seilers Kruso – und bei Weitem auch der kunstvollste.«

Sabine Vogel, Berliner Zeitung

»Dieser Roman hat eine geschichtsphilosophische Dimension: Es ist eine große Meditation über verschiedene Formen der Freiheit ... eine wunderbare poetische Überhöhung einer konkreten historischen Situation – ein ganz großes Buch.«

Iris Radisch, 3sat Kulturzeit
»Seilers Roman ist lyrisch und sprachgewaltig. Schon jetzt ist er zu den großen deutschsprachigen Literaten der Gegenwart zu zählen.«
Andreas Wallentin, WDR 5

»Ein grandioses Buch, das weit mehr ist als bloß der Roman dieses Jahres.«

Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur



 

Lutz Seiler über die Figuren in seinem Roman Kruso

Veranstaltungen mit Lutz Seiler

Kruso

Am 26. September 2018 strahlt die ARD um 20.15 Uhr die Verfilmung von Lutz Seilers Roman Kruso aus.
Bereits am 30. Juni 2018 feiert der Film auf dem Filmfest München seine Premiere. Regie führte Thomas Stuber, in den Hauptrollen sind Albrecht Schuch und Jonathan Berlin zu sehen.
Das Buch gewann 2014 den Deutschen Buchpreis sowie den Uwe-Johnson-Preis.

ARD

Am Kap des guten Abends

Lutz Seiler liest aus seinem neuen Insel-Bücherei-Band Am Kap des guten Abends
Moderation: Lothar Müller

Villa Quandt

Große Weinmeisterstraße 46/47
14469 Potsdam
Lutz Seiler und Marcel Beyer lesen zur Eröffnung des Dresdner Lyrikpreises 2018

Eröffnung der Poesietage zum Dresdner Lyrikpreis
Mit Marcel Beyer, Lutz Seiler und Rike Scheffler

Außerdem: Einweihung des Poesieomaten – Gedichte auf Knopfdruck

Literaturhaus Villa Augustin

Antonstraße 1
01097 Dresden
Kruso

Im Rahmen der 8. Suhler Lesenacht 2019

Stadtbücherei Suhl

Bahnhofstraße 10
98527 Suhl

Lutz Seiler liest »Zehn Seiten« aus seinem Buch Kruso

Dankesrede anlässlich der Verleihung des Deutschen Buchpreises


Römer, Frankfurt am Main, 6. Oktober 2014

Für jemanden, der bisher vor allem Gedichte und Erzählungen gemacht hat, ist das heute Abend hier im Römer ein sehr großer Bahnhof. Man wünschte sich, er wäre auch noch groß genug dafür, sechs Züge gleichzeitig einfahren zu lassen – jeder Bahnsteig wäre gut gefüllt mit Reisenden in Literatur, die genau auf diesen Zug, auf dieses Buch gewartet haben. Der KRUSO-Zug würde gezogen von der Suhrkamp-Lokomotive, einem altgedienten dunkelblauen Schlachtross, das schon ganz andere Reisen gemacht, schon ganz andere Lasten bewegt hat durchs Land mit Hilfe seiner 128 Heizer – genauso viele Mitarbeiter zählt dieser Verlag, mit dem ich seit fünfzehn Jahren und sieben Büchern unterwegs bin.
6 Bahnsteige – 6 Züge; oder 20 Bahnsteige und 20 Züge – erst dann wäre es der Bahnhof einer Metropole, groß genug zur Versorgung mit einer Literatur, die notwendiger Weise von ihrer Vielfalt lebt und nicht anders existieren kann als in der Fülle ihrer Möglichkeiten. Gar nicht auf der Liste erscheinen die Gedichte, weder die neuen Bücher von Thomas Kunst aus Leipzig, noch von Farhad Showghi aus Hamburg oder von Nadja Küchenmeister aus Berlin – ja, ihre Literatur steht tatsächlich konkurrenzlos da, in diesem, aber auch im allerbesten Sinne, auf einer Höhe, nach der sich manches Stück lange Prosa nicht einmal zu sehnen wagt.
Ich danke den 128 Heizern für ihre unermüdliche, großartige Arbeit, in der Presse, der Werbung, der Herstellung, den Lesungen, der Rechte, dem Lektorat usw., in allen Bereichen des Verlags. Namentlich möchte ich meiner Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz danken, die über alle Jahre nie den geringsten Zweifel daran gelassen hat, dass ihr die Gedichte genauso wertvoll sind wie die Romane, und ich danke meiner Lektorin Doris Plöschberger, die sich für den Roman bereits eingesetzt hat, als von Kruso noch nicht viel mehr als der Titel zu sehen war.
Jenseits aller Danksagungen danke ich meiner Frau, ohne die es dieses Buch nicht gegeben hätte – ihr ist es gewidmet.
Ich danke der Jury, dem Börsenverein und allen, die zu diesem wertvollen Preis beigetragen haben – die Freude ist groß – ich danke Ihnen!

 

Nachrichten zu Lutz Seiler

Kommentare zu Kruso

(22)   1, 2, 3 
»Der Roman ist sehr gelungen, die Sprache begeistert. Herr Seiler, vielen Dank für dieses Große Werk.«
Peter Kirschnick, 28.12.2014
»Selten, eigentlich nie, habe ich Seelenfreundschaft so beschrieben gesehen, diese Nähe und Ferne, dieses ganz Eigene und Gemeinsame. ...Danke. Außerdem die unglaublichste Vision dessen, was in einer Diktatur möglich ist.«
Manu Buske, 23.11.2014
»Super Schriftsteller – bitte mehr davon!«
Rosi Gölner, 14.10.2014
»Mit seinem ersten Roman hat Lutz Seiler ein literarisches Zeitzeugnis abgeliefert. Seilers präzise Sprache ist ein Genuss und berauscht mit ihrer außergewöhnlichen Bildkraft. ›Kruso‹ erweckt eine Vielfalt von Assoziationen, Momente, in denen man sich wie auf einem Törn durch die Literaturgeschichte des 20.Jahrhunderts fühlt, man denkt an Antoine de Saint-Exupérys ›Kleinen Prinzen‹, wenn der Fuchs als Vertrauter aus dem Dunkel der Uferhöhle zu vernehmen ist, an Kafkas ›Das Schloss‹, wenn Klappen, Türen und Treppen unzugänglich bleiben oder ins Nichts zu führen scheinen oder an die Parallel- und Endzeitwelten in Thomas
Manns ›Zauberberg‹, Alfred Kubins ›Andere Seite‹ oder Volker Brauns ›Übergangsgesellschaft‹.
Lutz Seilers Roman ist verstörend intensiv. Und ich meine, er hat in der Luft gelegen.
Jetzt ist er da. Großartig - ein echter 89-er!«
Torsten Schlüter, Maler und Autor (Berlin/Hiddensee), 22.09.2014
»Lutz Seiler hat mit ›Kruso‹ einen großen und großartigen Roman geschaffen, der nicht nur durch Poesie besticht, sondern auch durch eine Erzählung, die aus ganz vielen Schichten besteht. ... Trotz dieser Vielfalt an Themen, droht der Roman an keiner Stelle, unter dieser Last zusammenzubrechen. Ganz im Gegenteil: ›Kruso‹ ist von Lutz Seiler mit sanfter Hand komponiert worden.
›Kruso‹ ist ein Roman, der nicht nur zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis steht, sondern diesen Preis auch verdient hätte. Ja, gar erhalten müsste.«
Mara, buzzaldrins.de, 22.09.2014
»Danke, für dieses wunderbare Buch – welch eine Sprache!
Ich habe immer wieder innegehalten, Sätze nochmal gelesen, die Worte klingen lassen.
Wollte das Ende des Buches hinauszögern.
Danke, Lutz Seiler!«
Frau Bellin, 05.09.2014
»Lutz Seiler macht es dem Leser nicht immer leicht, allerdings ist dadurch der bodenlose Taumel der Hauptfigur Ed unmittelbar erfahrbar. Zudem wird man für die Lektüre-Arbeit mit treffsicheren Kernsätzen belohnt wie diesem: ›Ed begriff, dass man das eigene Leben immerzu verteidigen musste, einerseits gegen das, was dauernd geschah, andererseits gegen sich selbst und die Lust, aufzugeben.‹ (S. 90)«
Susanne Morgenstern, Buchhandlung Horst Morgenstern, Bremervörde, 02.09.2014
»Chapeau für Lutz Seiler! Ein rundes Ganzes und der adäquate Gegenentwurf zum verehrten Uwe Tellkamp. Ein ganz großer Roman, Danke.«
Marion Meier, Altstadtbuchhandlung, Ratingen, 02.09.2014
»In dem Roman, der die Zeit zwischen 1989 bis in die Gegenwart umfasst, spürt Lutz Seiler den Spuren verschollener Ostseeflüchtlinge nach. ... Diesen Menschen ist der vorliegende, sprachgewaltige Roman gewidmet. Ein Buch, das Raum für eigene Interpretation und viel zum Nachdenken gibt. Es sind Anspielungen auf Werke von Trakl, Rimbaud und natürlich auf Daniel Defoe zu finden, die einen inhaltlichen Bogen zum Erzählten schaffen.
Ein literarisches Werk. Klug und unglaublich toll geschrieben. Man verweilt und liest einige Sätze mehrfach. Langsam versinkt man im Text und strandet in einer neuen, alten Welt…«
(Quelle: Blog der Buchhandlung Almut Schmidt)
Hauke Harder, Buchhandlung Almut Schmidt, Kiel, 01.09.2014
»Ein sperriges, beeindruckendes Buch!«
Meike Blanke, Horner Buchhandlung, Bremen, 01.09.2014
  1, 2, 3 

 

Spiegel Bestseller Hardcover

SWR-Bestenliste
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FOCUS-Bestsellerliste

Lutz Seiler, geboren 1963 in Gera/Thüringen, lebt in Wilhelmshorst und Stockholm. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Bremer Literaturpreis, dem Fontane-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis.