Dichterisch Denken – Suhrkamp espresso #25

Was macht ein Gedicht zu einem Gedicht? Was kann dichterisches Denken, was andere Herangehensweisen nicht vermögen? Und wie drückt sich dichterisches Denken in anderen Kunstformen aus? In dieser Folge von Suhrkamp espresso geht es um Bücher, die eine besondere dichterische Form aufweisen, oder sich damit beschäftigen.

In seinem Essayband Dichterisch Denken zeigt Amir Eshel anhand von Gedichten und Bildern, wie Dichten das Denken beeinflusst und wie es ihm neue Perspektiven eröffnen kann. Er richtet seine Aufmerksamkeit auf zeitgenössische Künstler, die in ihrer Gestaltungsweise einen Ausweg aus der negativen Wirklichkeit, Erfahrung und Einschränkung weisen – hin zu eigenem Denken, zu perspektivischer Weite, zu neuen Formen und Inhalten.

Friederike Mayröckers Buch da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete lässt keine Zweifel an dem, was für die Autorin noch immer Tag für Tag zu tun ist: hellwach und neugierig auf die Welt blicken und sie in poetische Sprache verwandeln. Die Sprache selbst wird dabei als ein unerschöpflicher poetischer Zauberkasten begriffen.

Mit dem zweisprachigen Lyrikband Running Upon The Wires / Vibrationen hat Kae Tempest erneut ein hochmusikalisches Sprachkunstwerk geschaffen, das mit Hilfe vieler unterschiedlicher Stilmittel sowohl das menschliche Herz als auch die politischen und sozialen Gegebenheiten beobachtet und abbildet. Radikal ehrlich und radikal verletzlich zeigt Tempest, wie wir unser Zusammenleben neu gestalten können.

Bei dem Buch Erinnerungen von Albrecht Schöne, das kürzlich im Wallstein Verlag erschien, handelt es sich um den Lebensbericht des großen Germanisten, der eine Vielzahl dichterischer Werke kommentiert und herausgegeben hat.