Kanada & seine Literatur – Suhrkamp espresso #26

Kanada, das zweitgrößte Land der Welt, hat nicht nur eine atemberaubend vielfältige Landschaft, sondern auch eine Fülle an eindrücklicher Literatur zu bieten. Neben bekannten literarischen Größen wie Margaret Atwood oder Alice Munro gibt es noch viele weitere kanadische Autorinnen und Autoren, die es zu entdecken lohnt. 2020 ist Kanada virtuell und 2021 physisch Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Zu diesem Anlass stellen wir in dieser Folge Suhrkamp espresso vier Bücher von kanadischen Autorinnen vor.

Marie-Claire Blais porträtiert in ihrem Buch Drei Nächte, drei Tage ein tropisches Inselkollektiv zwischen Exzess und Verzweiflung. In nur 65 Sätzen, verteilt auf 400 Seiten, entwirft die Grand Dame der kanadischen Literatur ein schillerndes Ensemble an Charakteren: Künstler, Drag-Queens, Ku-Klux-Klan-Mitglieder, Kinder, die in unschuldige Spiele vertieft sind, Geflüchtete der benachbarten Inseln. Sie alle verbindet eine innere Zerrissenheit und das unausweichliche, sie umgebende Meer.

Der Roman Was dir bleibt von Jocelyne Saucier erzählt die Geschichte der 76-jährigen Gladys, die eines Tages den Northlander-Zug besteigt und aus ihrem kanadischen Dorf verschwindet, ohne dass jemand weiß, wohin sie geht und was sie vorhat. Saucier schreibt über eine außergewöhnliche Frau, von Freiheit, Freundschaft und von der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben.

In ihrem Gästebuch versammelt die Autorin Leanne Shapton Fotografien, Zeichnungen und Porträts und kombiniert sie mit Anekdoten, Erinnerungen und Geschichten. In ihren ebenso klassischen wie modernen Geistergeschichten geht es dabei immer um übernatürliche Begegnungen, von denen man sich kaum zu erzählen traut.

In dem Buch Irdischer Durst, das 2020 im Verlag Matthes und Seitz erschien, verbindet Anne Carson in vier poetischen Streifzügen Rhythmus und Metaphorik der Dichtung mit der schweifenden Natur des Essays und der Direktheit des Theaters.

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