Philipp Gärner liest aus seinem Stück Gold

In unserer Lesereihe ZUHÖREN präsentieren wir in zweiwöchigem Abstand eine Autorin oder einen Autor, die für uns aus einem ihrer Stücke lesen. In der aktuellen Folge liest Philipp Gärtner aus seinem fulminanten Debüt Gold, das am 14. November auf der großen Bühne des Stadttheater Gießen seine Uraufführung haben wird.

Worum geht es in dem Stück?

Ein strukturell gestresster Pizzalieferant holt Tilda mit dem Auto vom Fahrrad. Der Unfall setzt eine Abwärtsspirale in Gang – die rasante Existenzvernichtungserzählung ihres finanziell prekären Großstadtlebens zwischen Scheinselbständigkeit und Schlafcouch wird durch einen Goldklumpen-Hagel unterbrochen. Anstatt Tilda, geht die Welt um sie herum unter: tennisballgroße Goldklumpen beseitigen die Welt, wie wir sie kannten. Die junge Frau flüchtet sich in das Kanalisationssystem der Stadt, diese Unterseite der Zivilisation, die zugleich eine Gegenwelt ist.

In einer Erweiterung des Sterntalermotivs erzählt Philipp Gärtner das gegenwärtige Märchen vom Niedergang des Spätkapitalismus. Poetisch virtuos und außergewöhnlich komisch kommen in diesem Spannungsfeld von Apokalypse und Heiterkeit Kassierer, Eltern, Polizistinnen, Pizzaboten und Kaufhaus-Kinder blitzlichtartig zu Wort und berichten von ihrem Sterben, Überleben und ihren Orientierungsversuchen in der Stadt und in der Welt.

»MAZDA Doch, du hast da doch diesen Druck. So eine Druckigkeit. Das spüre ich doch.
Du willst dem Erdball deine geistige Hinterlassenschaft aufzwingen.
Das ist so vermessen und pathetisch, dass es fast schon wieder sweet ist.«

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