Rita Thiele über Reich des Todes von Rainald Goetz – DISKURS #11

»Vive la crise!« In seinem Theaterstück Reich des Todes beschreibt Rainald Goetz eine Regierung, die im Schatten einer drohenden Gefahr Demokratiezerstörung betreibt. Rita Thiele, Dramaturgin des Stücks, das im September 2020 seine Uraufführung am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg feierte, berichtet im Gespräch mit Ute Welty über ihre Arbeit an Reich des Todes.

Ausgehend von 9/11 als historische Zensur denkt Goetz in seinem Stück über Strukturen von Machtpolitik und Machtmissbrauch nach. Dabei geht es um den Umbau von Demokratien in Autokratien und um die Erkenntnis, dass Krisen zugleich Sternstunden für Diktatoren sein können. In diesem Zusammenhang stellt sich Goetz die Frage, welche Faktoren zusammenkommen müssen, damit »das Böse« Oberhand gewinnen kann – und inwieweit die Geschichte aber auch zeigt, dass manchmal Menschen auf den Plan treten, die die Krise mit neuem Sinn zu füllen wissen.

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