NEWSLETTER: DER SUHRKAMP VERLAG IST UMGEZOGEN

20.09.2019

Der Umzug ist geschafft, die Kisten sind ausgepackt: Sie finden uns jetzt in unmittelbarer Nähe der Volksbühne, am Schnittpunkt Linienstraße/ Torstraße in Berlin Mitte. Und hier sind die ersten Premieren der neuen Spielzeit.

Das Stück ein körper für jetzt und heute von Mehdi Moradpour hatte am 6. September im Rahmen von »Spieltriebe – Festival für zeitgenössisches Theater« im Theater Osnabrück seine deutsche Erstaufführung in der Regie von Rebekka Bangerter.
Der Mensch kann technisch erweitert werden, Grenzen des Möglichen können gesprengt werden, Mängel und Einschränkungen der Biologie überwunden. Doch können dadurch auch die Grenzen sozialer Ungleichheit und Ausgrenzung relativiert werden? Mehdi Moradpour erzählt die Geschichte von Elija, der die überlebenswichtige Entscheidung trifft, sein Geschlecht von einem männlichen in ein weibliches umzuwandeln. Homosexualität steht in seinem Heimatland unter Strafe. Seine Verwandlung mündet in ein transhumanes Experiment, das Zuschreibungen hinter sich lässt. (4 DarstellerInnen, D/H variabel)
»Rebekka Bangerters deutsche Erstaufführung von „ein körper für jetzt und heute“ im Lauten Speicher traf ins Schwarze des Festivalthemas Mensch und Technik […].«Neue Osnabrücker Zeitung

Mehdi Moradpours neues Stück Attentat oder Frische Blumen für Carl Ludwig kam am 13. September am Theater Bremen in der Regie von Pinar Karabulut zur Uraufführung.
Im Frühjahr 1815 bricht ein Vulkan in Indonesien aus, der eine Abkühlung des Weltklimas zur Folge hat. Im Jahr 1819 kommt es zum ersten »rechten« Attentat in Deutschland, als der radikale Burschenschafter Carl Ludwig Sand den Dichter August von Kotzebue erdolcht. In Mehdi Moradpours Stück holen uns die alten Gespenster ein und infiltrieren die nahe Zukunft. (Mind. 5 DarstellerInnen)
»Der Autor Mehdi Moradpour öffnet mit seinem Stück einen weiten Assoziationsraum, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen.«Theaterkompass

Die Bühnenbearbeitung von Andreas Maiers Buch Mein Jahr ohne Udo Jürgens wurde am 15. September am Badischen Staatstheater Karlsruhe in der Regie von Patrick Wengenroth uraufgeführt.
Bevor das Buch 2017 erschien, veröffentlichte Maier eine Kolumne auf dem Logbuch des Suhrkamp Verlags unter dem Titel »Mein Jahr ohne Udo Jürgens«. Nach dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Phänomen UJ diagnostizierte er in seiner letzten Kolumne: »Jetzt weiß ich: Die Musik von Udo Jürgens wäre sofort peinlich, hätte sie ein anderer gemacht, ein Nachgeborener, einer, der nicht diese langen Zeiten überbrücken kann, sondern post festum plagiiert. Udo-Jürgens-Musik setzte immer voraus, dass sie Udo Jürgens machte.« (Besetzung variabel)
»Das Wild-Assoziative der Texte Maiers, ihre Selbstreflexion, mit der er sich dem Phänomen Jürgens zu nähern trachtet, ist nicht leicht auf die Bühne zu bringen. Wobei bei Schmidt die Begeisterung des Autors für den Sänger, auch wenn sie immer wieder hinterfragt wird und die Widersprüchlichkeit des Massenphänomens lebendig werden.«Badisches Tagblatt

Bettina Erasmys neues Stück Der ideale Staat in mir wird am 21. September am Vorarlberger Landestheater Bregenz in der Regie von Agnes Kitzler uraufgeführt.
Gezeichnet wird die Welt eines Influencers, der scheinbar nach Belieben Dinge auslösen kann, bis hin zu blutigen Aufständen und Umstürzen. Doch da meldet sich die Natur als Gegenwelt zur Zivilisation zu Wort. Ein Monolog, der Machtfragen, ihre mediale Durchsetzung und Behauptung, in unserer Gegenwart reflektiert. (1 D, 1 H, Besetzung variabel)

Sivan Ben Yishais neues Stück Liebe/ Eine argumentative Übung (aus dem Englischen von Maren Kames) wird am 25. September am Nationaltheater Mannheim als „Ururaufführungs-Performance“ von Sivan Ben Yishai selbst gezeigt und kommt am 26. September in der Regie von Jakob Weiss zur Uraufführung.
Kennt ihr Olivia Öl? Falls nicht: Sie ist Popeyes Freundin. Mit ihrer Perspektive schauen wir auf Popeye und die klassische Paarbeziehung. Sivan Ben Yishai macht die beiden geliehenen Comicfiguren zu einer Reflexionsschablone über tief sitzende, chauvinistische Beziehungsmuster. (Besetzung variabel)

Rafael Spregelburds Komödie Luzid wird am 28. September im Staatstheater Augsburg in der Regie von David Ortmann deutschsprachig aufgeführt. Was als ausgelassene Familienfeier beginnt, endet in der Katastrophe. Rafael Spregelburds rasante Komödie zeigt eine Familie im Ausnahmezustand. Während Luca seine symbiotische Beziehung zur Mutter zu therapieren versucht, ist seine Schwester mit einer geheimnisvollen Forderung nach Hause zurückgekehrt und enthüllt allmählich eine Wahrheit, die sich keiner hätte träumen lassen. (2 D, 2 H)

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