Zum Tod von György Konrád

16.09.2019

Der Suhrkamp Verlag trauert um György Konrád.
Konrád wurde am 2. April 1933 in der Nähe von Debrecen, Ungarn, als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Im Jahr 1944 entging er nur knapp seiner Verhaftung durch die Nationalsozialisten und der Deportation nach Auschwitz. Seine Erfahrungen von Flucht und Vertreibung dieser Jahre beschrieb er in den Büchern Heimkehr und Glück. Konrád studierte in Budapest Literaturwissenschaft, Soziologie und Psychologie bis zum Ungarnaufstand 1956, kurz darauf begann er eine Tätigkeit als Jugendschutzinspektor für die Vormundschaftsbehörde eines Budapester Stadtbezirks. Während dieser Zeit begann er mit der Publikation erster Essays. Sein 1969 erschienenes Romandebüt Der Besucher hatte großen Erfolg und Konrád begann, sich stärker auf die literarische Arbeit zu konzentrieren: In seinen Texten plädierte er für ein friedliches Mitteleuropa und für die Überwindung der Grenzen zwischen Ost und West. Zwischen 1978 und 1988 reiste Konrád aufgrund eines Publikationsverbots durch Westeuropa, Amerika und Australien.
Nachdem er von 1990 bis 1993 Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung PEN war, wurde Konrád von 1997 bis 2003 Präsident der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.

Neben Václav Havel, Adam Michnik, Milan Kundera oder Pavel Kohout zählt Konrád zu den wichtigsten demokratischen und oppositionellen Stimmen vor der Wende. Für sein literarisches Schaffen erhielt Konrád zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Herderpreis und den Karlspreis. Am 13. September starb Konrád im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Budapest.

Im Suhrkamp Verlag erschien zuletzt der Roman Gästebuch.

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