Raimund Fellinger (Cheflektor des Suhrkamp Verlags) über Peter Handke

»Ein Schriftsteller muss guttun. Er muss nicht unbedingt Gutes tun. Aber er muss guttun, so wie ein Ding guttut. Ein Buch tut gut. Ein Mensch kann guttun, auch wenn er nichts Gutes tut. Das Guttun ist mein Ideal.« Peter Handke

 

Das neue Jahrtausend beginnt für den Theaterautor Peter Handke mit dem Untertagblues (2003) sowie, uraufgeführt im Februar 2007, mit den Spuren der Verirrten. Der Prosaautor stellt seinem Buch Mein Jahr in der Niemandsbucht im Jahr 2002 ein weiteres ausgreifendes Werk zur Seite: Der Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos. Die Besonderheit des Romans: Jeder einzelne Absatz wird betont, indem er durch eine Leerzeile vom vorgehenden und nachfolgenden getrennt ist: Erzählen wird bei Peter Handke, so wird deutlich, zu einer großen Folge kleiner Einheiten, die zunächst für sich allein betrachtet und gelesen werden müssen, um dann in den größeren und ganz großen Zusammenhang gerückt zu werden.

Weiterhin sind zu nennen: Don Juan (erzählt von ihm selbst) (2004), die »Vorwintergeschichte« Kali (2007), Die Morawische Nacht (2008), Versuch über den Stillen Ort (2012) – außerdem wäre noch zu nennen der Filmdrehbuchautor und Regisseur Peter Handke, der Laudator von Kollegen, der Erzähler von Begegnungen mit Freunden, der Briefschreiber und und und.

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau kommt Peter Handke 2007 auf diese Notwendigkeit zur Wandelbarkeit, zur Richtungsänderung auch, zu sprechen: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muss durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen. An Goethe kann man das gut studieren.«

Peter Handke | Bücher (Erscheinungstermin: ab 2002)

 

Peter Handke | Bühnenstücke und Hörspiele (Uraufführung: ab 2002)

Peter Handke

Untertagblues

Von einem Rand zum anderen durchquert die Untergrundbahn eine große Stadt. Die ab- und zunehmenden Entfernungen zwischen den Stationen verleihen ihrer Fahrt den Rhythmus. In einem der Waggons attackiert »ein wilder Mann« die wechselnden Fahrgäste mit Wort ...
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Ein Stationendrama

1 Dame, 5 Herren, 1 Dekoration

UA: Berliner Ensemble
30.09.2004
Regie: Claus Peymann

Peter Handke

Spuren der Verirrten

In seinem neuen Stück erzählt Peter Handke von Gehenden, von Figuren, die einzeln, paarweise, zu dritt den Raum durchqueren und aus der stummen Bewegung heraus zur Sprache finden. Im Spiel entdecken sie die Fragen, die die menschliche Existenz berühren: n ...
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UA: Berliner Ensemble
17.02.2007
Regie: Claus Peymann

Peter Handke

Immer noch Sturm

Im neuen Text von Peter Handke durchdringen sich Prosa und Drama, Theatralisches und Poetisches, Geschichtliches und Persönliches, und so wird am Ende doch fraglich, ob der überlebende Bruder der Mutter wirklich das letzte Wort hat: »Es herrscht weiterhin ...
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UA: Salzburger Festspiele 2011
12.08.2011
Regie: Dimiter Gotscheff

Euripides

Helena

Durch seine Neuübersetzung der Helena des Euripides hat Peter Handke, zusammen mit Prometheus, gefesselt von Aischylos und Ödipus in Kolonos von Sophokles, eine Trilogie ganz eigener Art geschaffen: drei eminente Stücke der drei großen griechischen Tragöd ...
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Originaltitel: Euripides

3 Damen, 7 Herren

UA: Burgtheater Wien im Rahmen der Wiener Festwochen
09.06.2010
Regie: Luc Bondy

Peter Handke

Die schönen Tage von Aranjuez

Personen: Eine Frau, namenlos, ein Mann, namenlos: das Paar schlechthin. Sie treffen sich, um über die Liebe zu reden, die erste Liebe, darüber, was Mann und Frau fühlen, wenn sie miteinander sind. Sie reden darüber, wie man über die Liebe redet. Und wer ...
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Ein Sommerdialog

1 Dame, 1 Herr

UA: Wiener Festwochen, Akademietheater
15.05.2012
Regie: Luc Bondy